Seit 125 Jahren baut die Kevelaer Firma Seifert Orgeln
Moderne Technik ist nur ein schönes Extra
Als die Orgel der Marienbasilika in Kevelaer 1907 eingebaut wurde, war sie die größte des deutschen Kaiserreichs. Und noch heute beeindruckt sie mit ihrer imposanten Erscheinung und einem gewaltigen Klang ganze Heerscharen von Pilgern, die während der Wallfahrtssaison Kevelaer besuchen. Gebaut wurde die Orgel gleich nebenan: ein Besuch bei den Klangliebhabern vom Niederrhein.
Text: Guido Krawinkel
Fotos: Wolfgang Radtke
Wenn Roman Seifert an seine Lärchen denkt, gerät er ins Schwärmen. „Das ist schön gewachsen, das macht Musik“, sagt er über das Holz aus dem österreichischen Laternsertal, das er in seiner Orgelbauwerkstatt viel verwendet. Die Liebe zum Material und zu seinem Beruf ist bei ihm mit jedem Wort zu spüren. Das fängt bei den verwendeten Materialien an und hört bei den fertigen Instrumenten nicht auf. Er freue sich jedes Mal, so Seifert, wenn er Instrumente aus seiner Werkstatt besuchen kann.
Eines der Prominentesten steht nur wenige Meter entfernt von dem direkt an der B9 liegenden Firmengelände im niederrheinischen Kevelaer, unweit der niederländischen Grenze in der Nähe von Kleve. An der Westwand der farbenprächtig ausgemalten Kirche thront das größte Ins-trument, das jemals die Werkstatt verlassen hat: 135 Register hat die Orgel der päpstlichen Marienbasilika derzeit. 1907, in ihrem Erbauungsjahr, war sie die größte Orgel des deutschen Kaiserreiches. Und auch in Zeiten, in denen solche Zahlen rekordverwöhnten Zeitgenossen nur noch ein müdes Schmunzeln entlocken, beeindruckt sie mit ihrer imposanten Erscheinung und einem gewaltigen Klang ganze Heerscharen von Pilgern, die während der Wallfahrtssaison in das beschauliche Kevelaer einfallen.
Dass die Werkstatt heute ihren Sitz an dieser Stelle hat, ist alleine einem Umstand zu verdanken: Eine der Bedingungen für die Vergabe des Auftrags an Seifert war, eine Zweigstelle in Kevelaer einzurichten. Gegründet wurde die Firma 1895 durch Ernst Seifert in Köln. Zwischenzeitlich gab es insgesamt drei Betriebe mit dem Namen Seifert, doch seit 1981 hat man sich ganz auf den Standort Kevelaer konzentriert.
Das Startkapital für die Gründung seiner Firma vor 125 Jahren hatte Ernst Seifert durch den Verkauf eines Patentes für ein neuartiges Windladensystem erlangt, bei dem die Luft für jede Pfeife nicht mehr durch eine mechanische Apparatur freigegeben wird, sondern durch kleine Membranen aus Leder, die durch ein verzweigtes System aus Luftröhren angesteuert werden. Industrialisierung hieß damals auch im Orgelbau die Devise.
Der technische Fortschritt machte auch vor einem so traditionellen Gewerbe wie dem Orgelbau nicht halt.
Das hat sich deutlich geändert. „Es hat sich ein gewisser Paradigmenwechsel vollzogen“, so Seifert. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sein Großvater noch in kürzester Zeit viele Instrumente produzieren, was seiner und anderen Firmen nicht immer den besten Ruf eingebracht hat. Doch das ist Geschichte. Was heute zählt, sind Tradition und Qualität. „Die Instrumente, die wir heute bauen, sind nicht mit denen vergleichbar, die wir noch vor 50 Jahren gebaut haben“, sagt Seifert, der die Firma seit seinem Einstieg im Jahr 2000 komplett umgekrempelt hat.
Die Instrumente, die die Werkstatt verlassen, sind wieder nach den bewährten Handwerksprinzipien gebaut, die schon die alten Meister angewendet haben. Das Bauen mit Massivholz etwa gilt als Standard. Das sei für ihn auch eine Frage der Ästhetik, so Seifert. „Heutzutage kann man eine Geige auch aus Carbon nachbauen, die hat dann die gleichen physikalischen Eigenschaften wie das Original, aber es ist eben nicht so ästhetisch.“ Sein persönliches Schlüsselerlebnis hatte er, als er den Nachbau einer Arp Schnitger-Orgel aus dem
Liturgie der Woche
Sonntag, 5. September, 23. Sonntag im Jahreskreis – Weish 9,13-19, Phlm 9b-10.12-17; Lk 14,25-33 – Namenstage: Roswitha, Maria v.d.A., Mutter Teresa
Montag, 6. September – 1 Kor 5,1-8; Lk 6,6-11 – Namenstage: Magnus, Gundolf, Bertram
Dienstag, 7. September – 1 Kor 6,1-11; Lk 6,12-19 – Namenstage: Regina, Otto, Judith, Ralph
Mittwoch, 8. September, Mariä Geburt – Mi 5,1-4a oder Röm 8,28-30; Mt 1,1-16.18-23 (oder 1,18-23) – Namenstag: Adrian
Donnerstag, 9. September, Hl. Petrus Claver (Priester) – 1 Kor 8,1b-7.11-13; Lk 6,27-38, vom hl. Petrus Claver (Jes 58,6-11; Mt 25,31-40) – Namenstage: Otmar, Gorgonius, Euthymia, Edgar, Pedro Cl.
Freitag, 10. September – 1 Kor 9,16-19.22b-27; Lk 6,39-42 – Namenstage: Diethard, Isabella, Carlo
Samstag, 11. September, Marien-Samstag – 1 Kor 10,14-22; Lk 6,43-49 – Namenstage: Maternus, Felix u. Regula
Sonntag, 12. September, 24. Sonntag im Jahreskreis – Ex 32,7-11.13-14, 1 Tim 1,12-17; Lk 15,1-32 (oder 15,1-10) – Namenstage: Guido, Gerfried
Podcast-Projekt der KLJB wird mit dem 12. Schöpfungspreis des Diözesankomitees ausgezeichnet
Mit „Studio Hoink“ in die Natur

- Anfang 2008 begann das KLJB-Projekt „Studio Honik“, bei dem sich Jugendliche mit der Videokamera und Mikrofon aufmachten, um die Vielfalt der Natur zu zeigen und ihre Botschaften zur Bewahrung der Schöpfung festzuhalten. Ihr Engagement und ihre Kreativität werden jetzt mit dem Schöpfungspreis des Diözesankomitees belohnt.
Erzbistum. Der zwölfte Schöpfungspreis des Diözesankomitees geht an die Katholische Landjugendbewegung im Erzbistum: Prämiert wird das Projekt „Studio Hoink: Vielfalt entdecken – Schöpfung bewahren“. Weitere Auszeichnungen erhalten die DPSG St. Elisabeth in Hagen und die DPSG Vinzenz Palotti Olpe sowie die Messdiener im Pastoralverbund Rietberg-Süd. Übergeben werden die Preise am Samstag, 11. September, im Rahmen des ökumenischen Festes der Kirchen auf der Landesgartenschau in Hemer.
von Andreas Wiedenhaus
Im Studio Hoink der KLJB begeben sich Kinder und Jugendliche mit Mikrofon und Videokamera auf Spurensuche in die Natur. Sie produzieren Podcasts – kleine Videodateien von zwei bis drei Minuten Länge – die dann ins Internet gestellt werden und so jedermann zugänglich sind. Die Filme erzählen kleine Geschichten rund um die Natur. Bienen und Wespen spielen dabei ebenso Hauptrollen wie die Kröte Kunibert oder eine Milchkuh, die ein Interview gibt. Die Redakteure sind auf Windräder geklettert oder haben sich auf die Suche nach Energiefressern im Haus gemacht. Dabei haben die jungen Filmemacher alles selbst in der Hand – von der Idee über die Erstellung des Drehbuchs bis hin zum Schnitt des Materials.
Ein Projekt, das nach Ansicht des Diözesankomitees die Intention des Preises „Solidarisch leben in Gottes Schöpfung“ beispielhaft umsetzt: „Der Bezug zum diesjährigen Wettbewerbs-Schwerpunkt-Thema Klimaschutz, aber auch der Bezug zur Lebenswirklichkeit von jungen Menschen durch den Einsatz neuer Medien sowie Kreativität, Vielfalt und Umfang der Aktivitäten haben den Ausschlag gegeben“, heißt es in der Begründung der Jury. „Die Auszeichnung soll dabei auch einen Anstoß für andere geben – dies schien uns in diesem Projekt ebenso verwirklicht“, ergänzt Dr. Peter Witte. Witte ist Vorstandsmitglied im Diözesankomitee und war Vorsitzender der Jury, zu der neben dem 67-jährigen pensionierten Mediziner auch Anke Schröder, die Superintendentin des Kirchenkreises Paderborn, Gabriele Leifeld, Referentin bei „Mundus – Eine Welt“, Georg Fuhs, Mitglied im Diözesankomitee, und die Geschäftsführerin des Gremiums, Karin Stieneke, gehörten.
Zum zwölften Mal vergibt die Vertretung der Laien aus Räten und Verbänden 2010 den alle zwei Jahre verliehenen Preis. Er ist insgesamt mit 2500 Euro dotiert. Der erste Preisträger erhält zusätzlich zum Geldbetrag als Wanderpreis ein Bronzerelief mit dem Sonnengesang des heiligen Franziskus, das von Paul Reding geschaffen wurde.
Das KLJB-Projekt ist zwar mittlerweile beendet, doch das Studio Hoink wird es weiter geben, erklärt Sebastian Koppers-Löhr, KLJB-Diözesanreferent: „Die Podcast-Redakteure machen weiter, sodass das Studio und die Projekt-Idee fest im Verband verankert werden.“




