Alternative Sternwallfahrt des kfd-Diözesanverbandes führte von 30 Treffpunkten aus nach Balve
Alltägliche Orte, die von Gott erzählen

- Gottesdienst in besonderer Atmosphäre: Die Eucharistiefeier in der Balver Höhle bildete den Höhepunkt und Abschluss der Wallfahrt. Foto: Wiedenhaus
Balve/Erzbistum. Eine Eucharistiefeier in der Balver Höhle bildete den Höhepunkt der kfd-Diözesanwallfahrt am vergangenen Samstag. „Da berühren sich Himmel und Erde“ – unter diesem Leitwort hatten sich rund 1500 Frauen auf den Weg ins Märkische Sauerland gemacht.
von Andreas Wiedenhaus
Samstagmittag in der Mendener Fußgängerzone: Die Sonne meint es noch einmal gut. Viele nutzen diesen vielleicht letzten sommerlichen Tag, um noch ein paar wärmende Strahlen zu genießen.
Etwas abseits des Trubels hat sich eine Gruppe von Frauen um einen Brunnen vor einem kleinen Fachwerkhaus, dem „Hochzeitshäuschen“, versammelt. Eine der Frauen trägt eine Gitarre und stimmt einen Kanon an. Als die letzten Töne verklungen sind, öffnet sich die schmale Eingangstür des Häuschens und die Frauen werden hereingebeten.
Wenige hundert Meter entfernt im Modehaus von Brundhilde Rieger: Ein Dutzend Frauen sitzt in der ersten Etage bei Kaffee und Kuchen zusammen. Doch um Kleidung und aktuelle Trends geht es nicht. Die Inhaberin erläutert ihren Zuhörerinnen, warum ihr Geschäft an verkaufsoffenen Sonntagen geschlossen bleibt: „Der Sonntag ist mir heilig!“
Das Mendener Hochzeitshäuschen, ein Modegeschäft, eine Bäckerei, ein Bauernhof, ein Bestatter, eine Geburtsstation und vieles mehr: An 30 ganz alltäglichen Orten im Märkischen Sauerland trafen sich am vergangenen Samstag während der alternativen Sternwallfahrt des kfd-Diözesanverbandes Frauen aus dem gesamten Erzbistum, um deutlich zu machen, dass Gott immer und überall im Leben präsent und zu spüren ist.
An ganz unterschiedlichen Punkten sind die Frauen gestartet, ein besonders symbolträchtiger Ort ist der Treffpunkt, um gemeinsam Eucharistie zu feiern: Der Trubel an der Balver Höhle ist groß, als die mehr als 1500 Wallfahrerinnen nach und nach dort eintreffen. Manche mit dem Auto oder dem Bus, viele auch zu Fuß. Jede erhält am Eingang ein Gebäckstück in Form einer Pilgermuschel – symbolträchtige Begrüßung und willkommene Stärkung zugleich. Eine ganze Zeit dauert es, bis alle Frauen in der Höhle ihren Platz finden: Die Balver Schützen haben einen genauen Bestuhlungsplan ausgearbeitet, um die strengen Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Ordnerinnen in gelben T-Shirts sorgen dafür, dass alles reibungslos klappt.
Die Balver Höhle – ein Ort voller Symbolik. Das machen auch Diözesanpräses Roland Schmitz und die geistliche Begleiterin der kfd, Christa Mertens, in ihrem Predigtgespräch deutlich. Die Höhle sei nicht nur ein „wunderbarer Raum für einen Gottesdienst“, so Christa Mertens, sondern auch ein Ort, der Schutz und Geborgenheit vermittle, „wenn Resignation, Müdigkeit und Mutlosigkeit von uns Besitz ergreifen“. Wichtig sei es, gestärkt aus solch einem Rückzugsort ins Leben zurückzukehren.






