Ökumenischer Gedenkgottesdienst für Verstorbene ohne Angehörige
An „Unbedachte“ erinnern
Dortmund (-haus). Sie sterben einsam, ohne Angehörige oder Freunde. Niemand ist da, der sich um die Beerdigung kümmert, niemand, der trauert. Rund 260 Menschen in Dortmund sind allein gelassen auf ihrem letzten Weg. Diese Toten werden im Krematorium verbrannt und dann anonym auf dem Dortmunder Hauptfriedhof bestattet. Für diese „Unbedachten“ haben die katholische und evangelische Kirche in Dortmund zum ersten Mal einen ökumenischen Gedenkgottesdienst gefeiert.
Propst Andreas Coersmeier von der katholischen Kirche und Superintendent Jürgen Lembke von der evangelischen Kirche sowie Pfarrerin Silke Konieczny feierten den Gottesdienst in der Marien-Kirche. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau verlasen sie die Namen derjenigen Verstorbenen aus Dortmund im September und Oktober, für die es „keine Erinnerung an ihr Leben“ gibt, wie Superintendent Lembke es in seiner Begrüßung ausdrückte. Namen wurden verlesen und Lichter zum Gedenken entzündet.
„Für jeden entzünden wir ein Licht“, sagte Pfarrerin Konieczny, „jedes Licht steht für einen einmaligen Menschen mit seiner einmaligen Lebensgeschichte vor Gott und den Menschen.“
Propst Coersmeier wies im Gottesdienst auf das Gedenkbuch hin, in das die Namen der Verstorbenen eingetragen waren. Er erinnerte dabei an das „Buch des Lebens“, von dem in der Offenbarung im Neuen Testament gesprochen wird. Dort heißt es im dritten Kapitel: „Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des Lebens streichen. Vielmehr werde ich mich zu ihm bekennen vor meinem Vater und seinen Engeln.“ Nach dem Gottesdienst gab es die Möglichkeit, weitere Namen in das Gedenkbuch einzutragen.
Auf dem Dortmunder Hauptfriedhof erinnert ein Gedenkstein an die „Unbedachten“. In Zukunft soll an jedem ersten Dienstag im Februar, Mai, August und November während eines ökumenischen Gottesdienstes an sie erinnert werden. Im Jahr 2010 sollen die Gottesdienste in der evangelischen Marien-Kirche gefeiert werden, im Jahr 2011 in der katholischen Liebfrauenkirche.
Ins Leben gerufen worden war die Initiative in Abstimmung mit der Kommune, für deren Unterstützung sich Superintendent Lembke ausdrücklich bedankte. Dortmunder Tageszeitungen beteiligten sich ebenfalls an der Aktion: Sie hatten kostenlos Anzeigen als Einladung zu dem Gottesdienst gedruckt.







