Heilig-Kreuz-Gemeinde in Dortmund feiert 100-jähriges Jubiläum
Auch schwere Zeiten gut überstanden
Dortmund. Die Heilig-Kreuz-Gemeinde in Dortmund feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Während des Jahres wird es einige Jubiläumsveranstaltungen geben.
1911 wurde im Südwesten der Stadt Dortmund zwischen Sonnenstraße, Hohestraße und den Eisenbahnlinien Dortmund-Unna und Dortmund-Hagen die Pfarrvikarie ad St. Crucem (Hl. Kreuz) errichtet. Am 3. Mai 1911 trat der erste Seelsorger, Vikar Rohr, seine Stelle an. Man begann mit dem Bau eines Vereinshauses mit Kinderbewahranstalt und Nähschule, hier richtete man auch eine Kapelle für den Gottesdienst ein.
Der eigentliche Kirchenbau begann kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914, schon 1916 wurde die Heilig-Kreuz-Kirche geweiht. Seit 1920 ist die Gemeinde eine eigenständige Pfarrei, die Gemeinde war mittlerweile auf 10000 Mitglieder angewachsen. Pfarrer Ludwig Litzinger steuerte von 1918 bis 1946 die junge Gemeinde durch die bewegten Zeiten von Weimarer Republik und „Drittem Reich“, mit hohem persönlichem Einsatz und nicht ohne mit den braunen Machthabern in Konflikt zu geraten.
Nach dem Krieg lagen die Kreuzkirche und große Teile ihres Gemeindegebietes in Trümmern. Unter dem neuen Pfarrer Alfred Gies (1946-1973) begann die Gemeinde, unterstützt von vielen freiwilligen Helfern mit den Aufbauarbeiten: 1948 war die Kirche wieder vollständig nutzbar, ein Jahr später wurde der Kindergarten, 1952 der Kreuzhof neu eröffnet, er diente nun als Altersheim der Gemeinde. 1953 wurde das zerstörte Gemeindehaus neu aufgebaut und 1954 die Bibliothek eingerichtet. Die Gemeinde wuchs in den folgenden „Wirtschaftswunderjahren“ enorm, über Kirchenbesuchermangel konnte man 1958 noch nicht klagen.
In den 60er-Jahren war allenthalben die Erneuerung des kirchlichen Lebens zu spüren, auch die Kreuzgemeinde nahm die Veränderungen im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils dankbar auf. Neue Formen des kirchlichen Engagements fand die Gemeinde vor allem in den Achtzigerjahren. Pastor Carl Drepper (1973 bis 2002) förderte das verstärkte Engagement der Christen in der Gesellschaft: Man kämpft für den Erhalt der Tremonia-Siedlung (1978), knüpfte Beziehungen zu den Partnergemeinden Belo Horizonte (Brasilien) und Breslau (Polen), intensiviert die Zusammenarbeit mit der evangelischen St.-Nicolai-Gemeinde und gründet gemeinsam mit St. Nicolai 1982 den „Kreuzviertelverein“. 1980 wurde die Kirche drei Tage von Atomkraftgegnern im Zuge der Gorleben-Proteste besetzt.
Eine große Kraftanstrengung für die Gemeinde bedeutete die Renovierung des Innenraumes der Kreuzkirche sowie des Gemeindehauses, im September 1992 konnte der erste Gottesdienst in der renovierten Kirche gefeiert werden.
Seit Oktober 2002 gehört die Heilig-Kreuz-Gemeinde zum Pastoralverbund Dortmund-Mitte-Südwest, neuer Pfarrer in Heilig Kreuz wurde Pastor Josef Knappik.
„Die Heilig-Kreuz-Gemeinde versucht seit den Anfängen ihrer 100-jährigen Geschichte ihren Weg als Teil der Kirche in ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu finden und zu gehen. Die Gemeindegeschichte zeigt, dass ihr dies mal mehr, mal weniger gut gelungen ist“, liest man als Abschlussbemerkungen in der Gemeindechronik.







