Aktuelle Ausgabe
2012-20

Im zweiten Bauabschnitt wird das ehemalige Kloster Dalheim weitreichend verändert

„Auf dass Dalheim prosperiert“

Die zweite Bauphase im Kloster Dalheim ist in vollem Gange. Der nach historischem Vorbild gestaltete Klostergarten (links) hat schon Form angenommen. Rechts die Klosteranlage, die ein neues Dach erhält, mit der Klosterkirche im Hintergrund.Fotos: Jonas
NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper (Mitte) überreichte im Kreuzgang zwei Bewilligungsbescheide über knapp drei Millionen Euro an LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und Museumsleiter Dr. Martin Kroker.

Lichtenau-Dalheim. „Der zweite Bauabschnitt verändert die Anlage sehr“, erklärt Dr. Barbara Rüschoff-Thale im Kreuzgang des Klostermuseums Dalheim. Überall sind die Spuren der Umbauten in dem ehemaligen Augustiner-Chorherren-Kloster zu sehen. Der Südflügel wurde um ein Stockwerk erhöht, Ostflügel und nördlicher Kreuzgang werden restauriert. Seit Sommer 2008 laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper überreichte nun in Dalheim zwei Bewilligungsbescheide über knapp drei Millionen Euro.

von Markus Jonas

„Beide Bescheide werden dafür sorgen, dass Dalheim pros­periert und sich weiterentwickelt“, sagte der Bauminister. Der zweite von vier Bauabschnitten ist nicht nur der prägendste, sondern auch der teuerste. Rund elf Millionen Euro kostet er, bevor er im Juni beendet ist. Insgesamt sind Baukosten von 35 Millionen Euro veranschlagt. Zwischenzeitliche Verzögerungen beim Bau seien inzwischen aufgeholt, sagte Rüschoff-Thale. „Wir sind absolut im Zeitplan.“
Ab Juni können die Besucher dann die weitläufige his­torische Klosteranlage nicht mehr einfach so betreten. Der Eingang sowie die Klosterbuchhandlung werden in die ehemalige Orangerie verlegt, wo dann auch schon das Eintrittsgeld fällig ist. Statt bisher 3,90 Euro werden dann 5 Euro verlangt. Allerdings erhalte der Besucher dafür auch einen erheblichen Mehrwert, betont Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der das Klostermuseum trägt. Denn bis dahin seien die alten barocken Klos­tergärten nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Der Besucher wird künftig durch die Orangerie und durch den Garten geleitet, der früher dem Abt vorbehalten war. Rüschoff-Thale kündigte zudem „moderne Inszenierungen“ an, mit denen gezeigt werden solle, „wie das Kloster früher funktioniert hat“. Bei Veranstaltungen wie dem einmal jährlich stattfindenden Klos­termarkt wolle man weiter auf „hohe Qualität“ achten. Beim Klostermarkt sollten daher auch wirklich nur Produkte aus Klöstern verkauft werden. „Wir sehen alles durch die Klosterbrille.“
Zurzeit wird auch der Kreuzgang wiederhergestellt, „das bedeutendste Kunstwerk, das Dalheim hat“, sagte Museumsleiter Dr. Martin Kroker. Weil der Kreuzgang nach der Säkularisation lange als Stall diente, seien die Wände immer noch beeinträchtigt von den Ausscheidungen der Tiere. „Das schädigt noch immer.“ In einem dritten Bauabschnitt solle die Klosterkirche restauriert werden, im vierten Abschnitt schließlich die Prälatur, deren Zustand noch am besten sei.
Für die katholische Gemeinde Dalheims wird übrigens auch künftig im Museum ein Raum für Gottesdienste zur Verfügung stehen. Mit Beginn des zweiten Bauabschnitts wurde die Kapelle aus der „ehemaligen Sakristei“, die sich nach Angaben von Museumsleiter Kroker inzwischen als ehemaliger Kapitelsaal entpuppte, in die Orangerie verlegt. Von dort wird sie im Frühjahr oder Sommer in einen Nachbarraum des Kapi­tel­saals ziehen. Über die Details finden noch Gespräche statt, die Kroker mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat und dem Leiter des Pastoralverbundes Egge-Altenautal, Pfarrer Johannes Wiechers, führt. Jedenfalls wird auch weiterhin jeden Sonntag um 10.30 Uhr ein Paderborner Franziskaner in Dalheim die heilige Messe feiern.


20.05.2012
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