Aktuelle Ausgabe
2012-20

kfd des Dekanats Unna traf sich zum „Pilgern vor der Haustür“ und folgte Jakobs Spuren)

Auf den Spuren der Schöpfung

Gott nahe mitten in der Natur: die Pilgerinnen der kfd.

Unna. „Ich lade Gott zu mir ein“, zitiert Roland Schmitz aus dem Buch „Ich bin dann mal weg“ von Harpe Kerkeling. Unter diesem Leitwort pilgerten die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im Dekanat Unna kürzlich mit dem Diözesanpräses ein weiteres Stück auf dem westfälisch-münsterländischen Teil des Jakobswegs. Nach der ersten Wanderung von Werne nach Cappenberg im vergangenen Jahr ging es diesmal für über 140 Frauen von Hiltrup nach Rinkerode. 

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Und da ist es wieder, dieses tiefe Gefühl, einmal ganz bei sich zu sein. Der Alltag scheint so weit weg und die „Schöpfung Gottes“ so nah. Der weiche, sandige Boden des Weges hinterlässt einen ockerfarbnen Staubschleier auf den Wanderschuhen, kriecht zwischen die Zehen in den offenen Sandalen. Das erste Stück des Jakobsweges von St. Clemens in Hiltrup nach St. Pankratius Rinkerode führt die kfd-lerinnen des Dekanates Unna und Diözesanpräses Roland Schmitz durch ein Waldstück.

Das Wahrnehmen „der wilden Natur“ wie es Schmitz ausdrückt, des satten Grüns der Bäume, der Pflanzen am Boden, des Gesangs der Vögel lässt die Gespräche langsam verstummen. Erfahrungsaustausch im Dialog ist ebenso Bestandteil des gemeinsamen „Pilgern vor der Haustür“, wie das Schöpfen spiritueller Kraft für den Alltag im Schweigen.

Die Teilnehmer erreichen eine kleine Lichtung. Roland Schmitz hält inne, zitiert aus dem Pilgerwerkbuch „Du bist unser Weg“ von Kurt Rainer Klein.

Nach einem gemeinsamen Lied geht es weiter. Der Waldweg, inzwischen zu einem schmalen Pfad geworden, mündet auf eine Zufahrtsstraße für nahe gelegene Höfe. Der „Wildwuchs“ so Schmitz, weicht einer „kultivierten Umgebung“. Kleine Maispflanzen wachsen links des Weges, rechts ein Bahndamm. Von Weitem ist das Summen des herannahenden Zuges zu hören. Während die Pilger langsam den leichten Windungen des Weges folgen, brausen von Zeit zu Zeit die Züge in scheinbar unaufhaltsamen Tempo vorbei. Dann taucht ein typischer Münsterländer Hof inmitten einer Baumgruppe auf, ein gepflegter Bauerngarten lädt zum Zwischenstopp ein. Nach einer kleinen Stärkung, einem gemeinsamen Gebet und Segenswünschen für die Gastfreundschaft der drei Eigentümerinnen machen sich die Pilger auf zur letzten Etappe, den blauen Schildern mit der gelben Jakobsmuschel nach.

Jedem Pilger gibt Schmitz ein kleines Kärtchen mit Spruchweisheiten, Zitaten und Gebeten an die Hand. Aus dem Erlebten auf der ersten Wanderung, von Bekannten inspiriert, von den Erzählungen über den Jakobsweg fasziniert, nahmen einige kfd-Frauen an der Pilgerwanderung teil. Das „auf dem Weg sein“, dem Wunsch folgen, einmal Zeit haben für sich und Zeit zum Gespräch mit Gleichgesinnten, auf eine andere Weise als im Gottesdienst wieder Kraft im Glauben schöpfen, neue Impulse für die Zukunft erspüren oder in Gedanken ein stilles Gebet für jemanden, für etwas sprechen, Gott seine Nöte mitteilen oder für etwas zu danken, war die Intention anderer für das „Pilgern vor der Haustür“.

Dann ist schon der Kirchturm von St. Pankratius in Rinkerode sehen. Noch ein kurzes Wegstück durch eine Siedlung, dann liegt der Kirchplatz vor ihnen. Das Portal von St. Pankratius steht offen. Gemeinsam gehen die kfd-lerinnen mit ihrem Präses in die Kirche hinein. Im Gegensatz zu draußen, ist es hier kühl. „Ein Stück gemeinsamer Weg liegt hinter uns“, sagt Schmitz und betont die starke Gemeinschaft der kfd im Dekanat, die auch auf der Wanderung deutlich geworden sei.

Eine dritte Auflage von „Pilgern vor der Haustür“ ist aufgrund der großen Resonanz im kommenden Jahr vorgesehen.

 


20.05.2012
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