Aktuelle Ausgabe
2012-20

Archäologen entdecken in Paderborn die ältesten Ofenkacheln Westfalens

Aus der Wärmestube eines mittelalterlichen Klosters

Ofenkachel aus dem Paderborner Abdinghofkloster.Foto: LWL

Paderborn (lwl). Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Paderborn die bislang ältesten sicher datierten Ofenkacheln Westfalens entdeckt. 

Im Magazin der Stadtarchäologie stießen die Experten des Forschungsprojektes „Archäologie der werdenden Stadt Paderborn“ auf 800 Jahre alte Bruchstücke von Ofenkacheln aus einem Kloster. Die Funde sind im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn zu sehen.

Scherben von mindestens drei Ofenkacheln konnte die Archäologin Eva Manz mittelalterlichen Schichten zuweisen, in denen sich Münzen um 1100 und aus dem frühen 12. Jahrhundert befanden. Da der Münzforscher Peter Ilisch davon ausgeht, dass diese Münzen höchstens 30 Jahre im Umlauf waren, lag somit eine sichere Datierung von Ofenkacheln vor der Mitte des 12. Jahrhunderts vor. 

Die Funde stammen von einer Ausgrabung im Kloster Abdinghof. Dort beheizte der Kachelofen vor 800 Jahren einen Raum, in dem sich die Mönche aufwärmten. Kachelöfen sind für diese Zeit in Süddeutschland und im Rheinland häufig nachgewiesen. In Westfalen wurden bisher nur für Höxter und Corvey solch frühe Datierungen vorgeschlagen. Die Paderborner Kacheln ermöglichen den Wissenschaftlern nun, weitere frühe Öfen zu datieren – allein durch Stilvergleiche, denn auf weitere Münzen oder andere festdatierbaren Funde sind sie jetzt nicht mehr angewiesen. 


20.05.2012
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