Kommentar
„Baustelle“ Freiwilligendienst
von Andreas Wiedenhaus
Der Anfang des Monats gestartete Bundesfreiwilligendienst kommt nicht so recht „in die Gänge“: Viele offene Stellen können derzeit mangels Freiwilliger nicht besetzt werden.
In der Frage, wer dafür die Verantwortung trägt, versucht die Politik jetzt offensichtlich, den „Schwarzen Peter“ den Wohlfahrtsverbänden zuzuspielen: Nach Kritik aus deren Reihen hieß es vonseiten des Bundesfamilienministeriums, die Einsatzstellen müssten selbst die Werbetrommel rühren, statt „zu warten, dass Freiwillige kommen“. Befasst man sich ein wenig näher mit den Umständen, liegt die Vermutung nahe, dass hier von den eigentlichen Ursachen abgelenkt werden soll. Schließlich hat die Politik die Rahmenbedingungen für den neuen Dienst geschaffen. Und in diesem Zusammenhang sind einige kritische Äußerungen mehr als angebracht.
Unter anderem müssen sich die Verantwortlichen mit dem Vorwurf auseinandersetzen, übereilt gehandelt zu haben. Die Aussetzung des Wehrdienstes und der damit zusammenhängende Wegfall des Zivildienstes ist wohl doch vorschnell in die Tat umgesetzt worden. Zugunsten des schnellen politischen Effektes wurden mit großer Geste Fakten geschaffen, mögliche negative Folgen dabei verdrängt oder kleingeredet. Die Probleme allein auf mangelnde Werbung durch die Wohlfahrtsverbände zurückzuführen, ist unredlich.
Dieses Hin und Her sollte möglichst schnell ein Ende finden: Letztlich sind nämlich diejenigen, die dringend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, die Leidtragenden.






