Weihbischof König erinnert beim 4. Aussiedlertag in Oerlinghausen an Leid der Russlanddeutschen
Begegnungen auf Augenhöhe
Oerlinghausen. Hoher Besuch in Oerlinghausen: Weihbischof Matthias König gedachte in der St.-Hedwigs-Kapelle der Gräueltaten, die vor 70 Jahren, am 28. August 1941, dem Erlass des Obersten Sowjets der UdSSR zur Übersiedlung der Wolga-Deutschen folgten. Der Racheakt Stalins kostete mehr als 300000 der rund 1 Million Russlanddeutschen das Leben.
von Karin Prignitz
Weihbischof König erinnerte an die „fürchterliche Deportation“, die vielen Toten durch Zwangsarbeit und Unterernährung, aber auch an jene, die trotz völliger Verlassenheit nicht aufgegeben haben. „Was sie mit unendlichem Fleiß und großer Disziplin zustande gebracht haben, ist erstaunlich“, zollte König seine Hochachtung vor diesen Menschen, „und ich staune, was der Glaube für eine Kraft gibt.“ Die Erinnerung und das unendliche Leid müssten für nachfolgende Generationen lebendig bleiben. „Erzählen Sie es weiter.“
Bis heute seien die vertriebenen Russlanddeutschen nicht rehabilitiert worden, monierte Udo Reineke, Referent für Aussiedlerbildung in Paderborn. Auch er hob die Folgen des unmenschlichen und hasserfüllten Terrors hervor. Symbolisch wurden brennende Kerzen in der kleinen Kapelle aufgestellt.
Unter dem Thema: „Begegnungen auf Augenhöhe“ machte sich der Weihbischof im Anschluss an den Gottesdienst gemeinsam mit den vielen Gläubigen am 4. Aussiedlertag auf eine Wallfahrt. Singend ging es zum St.-Hülfe-Kreuz in der historischen Kapellenruine auf dem Oerlinghauser Tönsberg.
Über 1000 Deutsche aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sind seit 2003 mit dem Projekt „Beheimatung“ des Erzbistums Paderborn in Kontakt gekommen.







