Die Pferdewallfahrt auf dem Kohlhagen bei Kirchhundem findet seit zehn Jahren statt
Beten hoch zu Ross
Kirchhundem-Kohlhagen. Es ist ein noch junges Jubiläum: Seit zehn Jahren kommen Reiter mit ihren Tieren zur Pferdewallfahrt auf den Kohlhagen. Das Thema des Wallfahrts-Wochenendes lautete: „Das Wunder der Schöpfung.“
von Julia Eiden
Bei der Vorbereitung der Meilertage 1999 war die Idee zu der sonntäglichen Pferdewallfahrt mit Sternritt und einer Prozession zur Wallfahrtskirche auf dem Kohlhagen. Sie wurde mit so viel Erfolg in die Tat umgesetzt, dass nunmehr das zehnjährige Bestehen gefeiert wurde. Seit 2006 hat Pfarrer Karl-Heinz Böckelmann von seinem Vorgänger Pfarrer Edgar Zoor die Aufgabe übernommen, die Pferde zu segnen. Vor drei Jahren wurde zudem die Idee zum samstäglichen Pilgerritt geboren: „Er entstand auf Wunsch insbesondere der jungen Leute“, erzählt Pfarrer Böckelmann, „sie wollten mehr Religiöses im Rahmen der Pferdewallfahrt haben.“
Bei traumhaftem Sommerwetter eröffnete Pfarrer Karl-Heinz Böckelmann am Morgen vor Mariä Himmelfahrt mit einer Andacht an der Dorfkapelle von Altenvalbert den Pilgerritt. Pfarrer Böckelmann erinnerte in seiner Predigt an Hildegard von Bingen, die der Heilkraft der Schöpfung vertraute, sowie an die Liebe Gottes zu den Menschen: „So wie wir die uns anvertrauten Geschöpfe umsorgen und lieben, so sorgt sich Gott um uns.“ Den Reitern gab er mit auf den Weg: „Guckt euch die Schönheit der Natur richtig an.“
Wohl aufgrund der vielen anderen in der Umgebung stattfindenden Veranstaltungen waren zunächst nur 15 Pferde querfeldein durch sonnenwarme Wiesen und kühlende Wälder zur nächsten Station unterwegs. Manche Reiter teilten sich ein Pferd oder liefen streckenweise neben ihm her, um ihm auf der insgesamt 20 Kilometer langen Pilgerung etwas Erholung zu gönnen. An den Wegekreuzen wurde ein „Vater unser“ und ein „Gegrüßest seist du, Maria“ gebetet. Die meisten Teilnehmer waren sich zu Beginn des Tages noch fremd, kamen sie doch aus einem Umkreis von rund 60 Kilometern. „Auf dem Weg hatten wir genügend Zeit, uns kennenzulernen; ganz schnell kümmerten sich die Älteren um die Jugendlichen“, erzählt Christian Mette, Chef des Pferdewallfahrt-Teams.
Nach der Versorgung von Pferden und Reitern gab es in der Reithalle von Heinemanns Hof in Lennestadt-Kickenbach, die nächste Andacht. Hoch zu Ross standen die Pilger im Halbkreis um den kleinen Altar. Einige Pferde scharrten anfangs unruhig mit den Hufen, dann entspannten auch sie sich. Und weiter ging’s über den Höhenkamm und Kirchhundem – dort gesellten sich nochmals zehn Reiter hinzu- Nach einer Abschlussandacht auf dem Kohlhagen klang der Tag gemütlich auf dem nahegelegenen Gut Ahe aus. Einige der pilgernden Reiter übernachteten in einer Pension oder zünftig im Zelt neben den improvisierten Pferdekoppeln, andere fuhren nach Hause.
Am nächsten Morgen, auf dem Schützenplatz von Brachthausen, fanden sich mindestens doppelt so viele Reiter wie am Vortag mit ihren festlich geschmückten Pferden oder Kutschen ein. In einer von ihnen führte Pfarrer Böckelmann die Prozession zum Wallfahrtsort an. Musikalisch umrahmt wurde der dann folgende Gottesdienst vom Parforcehorn-Bläsercorps Siegerland, begleitet vom Schnauben und Wiehern der Pferde.Wegen der brennenden Sonne empfingen die meisten Reiter mit ihren Pferden den anschließenden Segen von Pfarrer Böckelmann im schützenden Schatten der Bäume.







