Der Pastoralverbund Schwerte blickt auf einen erfolgreichen Gemeindetag zurück
Bewährtes weiter ergänzen
Schwerte „Wie stellt sich die Kirche in ihrem sich verändernden Umfeld auf?“ Dieser zentralen Frage gingen die Mitglieder des Pastoralverbundes Schwerte auf ihrem Gemeindetag in der Katholischen Akademie Schwerte nach. Das Fazit: „Es geht nicht darum, statt des bisherigen ein anderes Handeln zu praktizieren, sondern das Bewährte fortzusetzen und noch zu ergänzen.“ Das Motto für die Zukunft soll entsprechend lauten „und“ gegen „statt“.
von Elisabeth Plamper
Den geistlichen Impuls gab der Erfurter Bischof Dr. Joachim Wanke unter dem Leitwort: „Wozu Kirche taugen soll“. „Unsere derzeitige Situation der Verunsicherung als Christen ist Gnadenzeit, nicht Zeit des Unheils“, betonte der Bischof. Als Diskussionsgrundlage dienten unter anderem Auszüge aus dem Paulusbrief an die Korinther.
Die Verantwortlichen im Pastoralverbund interpretierten seine Worte so: „Wir müssen jetzt nicht defensiv statt offensiv sein, sondern wir müssen defensiv und offensiv sein.“ Wanke ging in seinen Ausführungen noch weiter. Künftig sei „weniger an religiöser Dressur möglich“.
Vielmehr gehe es in dieser Situation darum, Glaubensentscheidungen „aus der Mitte des eigenen Ich“ nachhaltig zu treffen und durchzutragen. „Es geht heute darum, einfallsreich eine neue Balance zwischen territorial orientierter Seelsorge und einer Pastoral in Lebensräumen zu gewinnen, seien diese nun wohnortnah oder auch milieugeprägt.“
Der Erfurter Oberhirte schnitt damit ein Thema an, mit dem sich der Schwerter Stadtpfarrgemeinderat in Anlehnung an die Sinus-Milieu-Studie bereits seit zwei Jahren intensiv beschäftigt. Wichtig sei vor allem die kirchliche Vernetzung, führte Wanke aus und appellierte mit Bildern aus dem Fußballsport daran, den Glauben kompetent und authentisch nach innen und außen zu vertreten: „Nur die Beter werden als Christen bestehen! Sie anerkennen eine Autorität. Sie fokussieren sich auf jemanden, der weiß, wo es langgeht. ... Da hat der liebe Gott mit dem guten Fußballtrainer viel gemeinsam. ... Schließlich wollen sie eine Gemeinschaft sein, zusammen etwas bewegen, in Kooperation, als Mannschaft. Jedes Team besteht aus Individuen, braucht aber einen Spielführer – den verlängerten Arm des Trainers.“ Zusammenfassend nannte der Bischof vier Herausforderungen. So gehöre den Abschied von Gewohntem zuzulassen und Veränderungen positiv zu sehen ebenso dazu wie die Grundaufgaben der Kirche und die Seelsorge neu in den Blick zu nehmen.
Auf besonders große Resonanz stieß auch der im Vorfeld ausgelobte Fotowettbewerb zum Gemeindetag. Eindrucksvolle Bildmontagen oder die Kirchen im Pastoralverbund mal aus einer außergewöhnlichen Perspektive gesehen, machten der Jury die Preisvergabe nicht leicht. Der Publikumspreis ging schließlich an Gerd Schlitzer für sein Bild „Ökumene“: Es zeigt die Türme der katholischen Marienkirche und genau dazwischen den Turm von Sankt Viktor.
Der Gemeindetag war auch ein Tag der Familie und der Ökumene. Denn während in Bibelgesprächen und Diskussionsrunden in der Akademie die „Kirche der Zukunft“ in Wort und Schrift im Mittelpunkt stand, präsentierten draußen auf der großen Wiese verschiedene Institutionen aus dem Pastoralverbund christliches Leben in der Praxis und boten unter anderem Malaktionen und Spiele für den Gemeindenachwuchs an.
Der vierte Gemeindetag im Pastoralverbund Schwerte endete dann am frühen Abend mit dem Stadtgebet und einem feierlichen Abschlussgottesdienst, den Bischof Dr. Joachim Wanke zelebrierte und der musikalisch vom ökumenischen Kirchenchor begleitet wurde.







