Aktuelle Ausgabe
2012-20

Bischof Norman King’oo Wambua berichtet Wittenern über Projekt in Kenia

Bildung für Mädchen

Michael Stoltz, Klaus Flohr – beide Ärzte im Nangina e. V. –, Vereinsvorsitzender Friedhelm Ribberger, Jugend-Vorstandsvorsitzende und zweite Vorsitzende Katharina Stritzke, Bischof Norman King’oo Wambua und Desirée Schnitker (v. li.).

Witten. Nach 2008 war Bischof Norman King’oo Wambua aus der Diözese Bungoma in Kenia jetzt erneut zu Besuch in Witten. Grund war die Zusammenarbeit mit dem Nangina-Verein, der deutschlandweit für die Projekte aus seiner Heimat wirbt. 

Als „keinen Unbekannten“ bezeichnete Pastor Friedrich Barkey in seiner Begrüßungsrede den Bischof. Nach der Messe in St. Josef berichtete der kenianische Bischof über die momentane Dürre-Katastrophe in Ostafrika und seine Projektvorhaben mit dem Nangina-Verein Witten. Geplant sind ein Kindergarten und eine Schule für 800 Kinder und Schlafsäle nur für Mädchen. „Vielleicht scheint es unfair, solch ein Schulzentrum nur für Mädchen zu errichten. Aber für die Jungen gibt es genug Möglichkeiten in den umliegenden Dörfern“, begründete der Bischof den Plan.

Auch das Thema Beschneidung von Mädchen sprach der Bischof an. Diese sei nur noch in sehr wenigen Regionen üblich – so wie in Kibuk. In einem Stamm dort werden Mädchen noch beschnitten. Sie können in der Familie nicht eigenständig leben, sondern gelten als Besitz. Nun sollen Schwestern aus einem ähnlichen Stamm die Mädchen über Bildung zur Selbstständigkeit bringen.

Die Diözese Bungoma liegt in der Nähe der kenianisch-ugandischen Grenze. Bischof Norman King’oo Wambua, webt ein Netz zwischen dem Nangina e. V. Witten, den Bewohnern, Orden und dem Staat.

1991 war er das erste Mal in Deutschland. Für die geplante Mädchenschule wird er beim Staat die Finanzierung von Lehrerinnen und Erzieherinnen beantragen. Für den Aufbau erhofft er sich aus Deutschland und den USA Fördergelder von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs).

Jedes Jahr bekommt der Bischof Besuch aus dem Nangina-Verein. Seit 23 Jahren ist der eingetragene Verein jedes Wochenende unterwegs. Aus den 100 jugendlichen Mitgliedern findet sich immer eine Gruppe, die in einer deutschen Kirchengemeinde die Projekte vorstellt und dafür Werbung macht, sich aktiv für seine Nächsten in Afrika, Lateinamerika oder Asien einzusetzen.

Inzwischen gibt es 15 Projekte zur Unterstützung der Basis-Gesundheitsversorgung und der Bildung in Kenia, Äthiopien, Tansania, Nigeria, Honduras, Peru und in Indien. Der Verein besteht nur aus Ehrenamtlichen, damit die Spenden direkt in die Projekte fließen. Es wurden schon Krankenhäuser, Schulen, Ausbildungsstätten und Aidswaisenhäuser unterstützt.

 

 


20.05.2012
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