Kommentar
Bonus nur bei Leistung
Die HSH Nordbank, Institut der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, sorgt sich um ihr Führungspersonal. Gute Mitarbeiter würden nicht kommen, weil ihr Haus seit der Krise einen schlechten Ruf habe und dafür auch noch zu wenig zahle.
Christian Schlichter (46) Chefredakteur des DOM
In der Bibel ist das mit der Leistung klar geregelt. Da gab der Herr seinen Dienern einige Talente zur Verwaltung bis zu seiner Rückkehr. Die, die sie gemehrt hatten, lobte und belohnte er. Die anderen „flogen“ raus.
Ein einfaches Prinzip wurde dort angewendet: Wer sich anstrengt und bemüht, der wird belohnt. Für die übrigen bleibt nur der Verlust.
Was in der Bibel galt, scheint bei den Chefs der HSH Nordbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein genau anders zu sein. Die klagen jetzt bei den zuständigen Politikern in Kiel und Hamburg darüber, dass für die höchstens bewilligten 500 000 Euro Gehalt pro Mitarbeiter keine leistungsfähigen guten Banker zu finden seien. Ohne die könne das Geldinstitut aber nicht gerettet werden. Und deshalb müsse neuem Personal mehr Geld bezahlt werden.
Andersherum wird ein Schuh daraus. Erst arbeiten und die Bank zum Erfolg bringen, dann Boni kassieren. So würde es der Mittelstand machen. Denn dort gibt es höchstens einen Bonus, wenn er verdient wurde. Also steht die Leistung vor dem Lohn.
Dass Banker das andersherum sehen zeigt, wie ihre Branche denkt. Dass die HSH Nordbank wohl einknicken wird, weil sie für so „wenig“ Geld wirklich keine guten Leute findet, beweist, dass sich noch gar nichts verändert hat am System „Nimm“ des internationalen Bankenwesens. Da zählt erst der Bonus und dann erst der Erfolg.






