Pastoralverbund Möhnesee startet an diesem Sonntag erstmals Gottesdienstreihe „Kirche am See“
Christen mitten in der Welt
Körbecke. Von diesem Sonntag, 8. Mai, an bis zum Erntedankfest am 2. Oktober feiert der Pastoralverbund Möhnesee jeden Sonntag einen Gottesdienst im Freizeitpark Körbecke. „Kirche am See“ heißt das Projekt, das in diesem Sommer erstmals durchgeführt wird.
von Matthias Nückel
„Wir wollen auch dorthin gehen, wo die Menschen ihre Freizeit verbringen“, erläutert Monsignore Ullrich Auffenberg und fügt hinzu: „Es gibt viele Touristen, die sich angesprochen fühlen könnten.“ Der Ort für die „Kirche am See“ ist mit Bedacht gewählt. Zum einen liegt er zentral im von Touristen gut besuchten Freizeitpark am Möhnesee. Zum anderen bietet er „eine schöne spirituelle Spannung“, wie Auffenberg betont.
Da ist zunächst die sehr alte Eiche, unter der der Altar aufgestellt wird. „Der Baum steht für die Verwurzelung“, so Auffenberg. Denn es sei wichtig, dass die Menschen ihre Wurzeln wieder entdecken. Im Hintergrund liegt der Möhnesee. „Am See spielen viele biblische Geschichten, etwa, wenn Jesus über das Wasser geht“, so Auffenberg. „Diese Symbole kann man beim Gottesdienst immer neu aufnehmen.“
Die Idee, in diesem Sommer mit der „Kirche am See“ präsent zu sein, wurde im Pastoralverbund positiv aufgenommen. Nach einem Aufruf im Pfarrbrief meldeten sich spontan über 30 Ehrenamtliche aus den Gemeinden, die zum Mitmachen bereit waren. So kümmern sich die einen um Organisatorisches, andere sorgen für die musikalische Gestaltung der Gottedienste. Und bei der thematischen Vorbereitung sind alle Gruppen vertreten: vom Kindergarten über den Pfarrgemeinderat bis hin zur kfd. „Der Jugendliturgiekreis macht ebenso mit wie die Pfadfinder, die ihr Jubiläum am See feiern“, berichtet Gemeindereferentin Ann-Kristin Idzik.
Große Unterstützung gab es auch von der Gemeinde Möhnesee, die den Platz zur Verfügung stellte und das Aufstellen des Altares genehmigte. Über dem von Bildhauer Gregor Schulte gefertigten Altar wird ein Kreuz hängen, das aus zwei Kreuzen besteht. „Das kleine Kreuz ist die Schenkung eines Gemeindemitgliedes und stammt aus Afrika“, erzählt Schulte. „Das Unterkreuz ist aus der gleichen Pappel, aus der auch das Unterteil des Altares gefertigt wurde.“ – Auch hier wieder viel Symbolik.
Monsignore Auffenberg sieht das Projekt in Zusammenhang mit der pastoralen Neuordnung im Erzbistum. „Es geht darum, zu entdecken, was Aufgabe des pastoralen Raumes ist“, sagt er. Man müsse vom ursprünglichen Sinn her denken, dass die Gemeinde sich selbst tragen könne. Und: „Wir wollen uns als Christen mitten in der Welt zeigen.“
In diesem Sommer ist die „Kirche am See“ noch ein „Versuchsballon“. Kommt der „Gottesdienst mit Camping-Atmosphäre“ bei den Menschen an, ist eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen.







