Seit 25 Jahren organisiert Rudi Ryll die Sternsingeraktion in der Warburger Neustadt-Gemeinde
Der Mann mit dem nötigen Überblick

- Auf Rudi Ryll (M.) ist Verlass, wenn es um die Sternsinger geht. Das weiß auch Pfarrer Heinz Eickhoff. Magdalena Wecker vom BDKJ zeichnete Ryll für seinen Einsatz aus. Foto: Wamers
Warburg. Zahlreiche Sternsinger klopfen in diesen Tagen in den Gemeinden des Erzbistums wieder an die Türen. In den Händen ein Stück Kreide für den traditionellen Segen, eine Spendendose und natürlich den großen Stern. Lied- oder Textbücher brauchen die jungen Könige nicht. Denn für den schmucken und sicheren Auftritt der Sternsinger sorgen Menschen wie Rudi Ryll. Der Bezirksschornsteinfegermeister aus Warburg bereitet seit 25 Jahren die Kinder auf ihren Auftritt im Zeichen des Sterns vor.
von Sandra Wamers
Rudi Ryll bezeichnet Magdalena Wecker als Multiplikator. Die Referentin für entwicklungspolitische Zusammenarbeit vom Bund der deutschen katholischen Jugend organisiert die Sternsinger-Aktion auf Bistums-Ebene. Einmal im Jahr treffen sich Multiplikatoren wie Rudi Ryll in der Sternsingerwerkstatt in Paderborn. Rund 70 erwachsene Koordinatoren wollen sich dort über das Jahresmotto informieren. „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“, lautet das Leitwort der Aktion 2012.
Darauf setzt auch Rudi Ryll. „Es gibt viele solcher engagierten Menschen“, sagt Magdalena Wecker, „aber dass jemand seit 25 Jahren die Sternsinger-Aktion organisiert, ist mir persönlich noch nicht untergekommen“. Zu dem Jubiläum bekommt Rudi Ryll eine Urkunde nebst kleiner Spendendose vom BDKJ überreicht.
Mit der Spendendose in der Hand erinnert sich Rudi Ryll an den ersten Kontakt zu den Sternsingern. „Purer Zufall“, sagt der 53-jährige Warburger. Vor über 25 Jahren hatte er die Karte, nach welcher die jungen Könige unter dem Stern durch die Straßen zogen, gescannt. Hoffnungslos veraltet sei diese Karte gewesen – mit Straßen, die längst unbenannt worden waren. „Die mache ich euch neu“, sagte Rudi Ryll und übernahm dabei gleich die Einteilung der Sternsinger-Gruppen und ihre Quartiere mit.
Auf seinem beruflichen Erfahrungsschatz als Schornsteinfegermeister griff Ryll zurück: Seit er die Leitung über die kleinen Könige übernommen hat, gleichen die Sternsinger-Bezirke denen seiner Schornsteinfegertouren. In 24 Bezirken hat er die Warburger Neustadt-Gemeinde St. Johannes Baptist eingeteilt. Rund 30 Kinder folgen dem Aufruf, tragen die wallenden Mäntel und glänzenden Kronen. „In 25 Jahren habe ich bestimmt über 750 Kinder auf das Sternsingen vorbereitet“, rechnet Rudi Ryll. Die Vorbereitung nimmt er ernst: „Die Sternsinger bringen das Licht aus der Krippe zu den Menschen nach Hause. Außerdem übersenden sie die Neujahrsgrüße der Gemeinde.“ Und sammeln Spende nach der Devise: Von Kinder für Kinder. In den vergangenen 25 Jahren wurden in der Warburger Neustadt-Gemeinde über 60000 Euro in die kleinen Rasseldosen der Sternsinger gesteckt. Die Warburger St.-Johannes-Baptist-Gemeinde unterstützt das Brasilienprojekt Avicres sowie die Sisters School der Salvatorschule in Nazareth. „Dort habe ich schon auf dem Dach gestanden“, erzählt Rudi Ryll mit einem Augenzwinkern. Der Multiplikator der Sternsinger hat beim Baucamp der Salvatorianer mitgeholfen. Als Schornsteinfegermeister war sein Einsatzort natürlich das Dach gewesen.
Als Sternsinger kommt man herum in der Welt. „Und für die Gemeindearbeit ist es eine wichtige Aktion, die Kinder einzubinden“, betont Neustadt-Pfarrer Heinz Eickhoff. Die meisten Sternsinger sind zugleich Messdiener und gehen meist zum ersten Mal ihre Sternenrunde als Kommunionkind – und bleiben, wenn es gefällt, in der Gemeinde aktiv.






