Der demografische Faktor
Die schon jetzt bekannte Bevölkerungsentwicklung macht nicht nur den Veranwortlichen in Paderborn Kopfzerbrechen. Eine Antwort darauf ist die Strukturreform 2030 im Erzbistum Paderborn. Das Bistum Görlitz ist hingegen inzwischen auf das Maß einer Großpfarrei geschrumpft.
Gerd Vieler (53)
ist Chef vom Dienst des DOM
Verwaltungseinheiten im kirchlichen Bereich sind auf allen Ebenen in die Diskussion geraten. Während sich das Erzbistum Paderborn mit einer Strukturreform, die bis 2030 reicht, auf das Einwirken des demografischen Faktors einrichtet, müssen in den östlichen Bundesländern ganze Bistümer die Frage nach ihrer Existenzfähigkeit stellen.
Ende 2008 zählten sich ganze 30 000 Katholiken zum Bistum Görlitz zugehörig. Das ist die Größe, auf die das schrumpfende Bistum Essen eine Großpfarrei zusammengedampft hat. Als 1994 das ehemals zum Bistum Paderborn gehörende Bischöfliche Amt Magdeburg wieder zum eigenen Bistum bestellt wurde, sprach die Statistik von 220 000 dort wohnenden Katholiken. So viel, wie damals in der Stadt Dortmund. Ende 2008 waren es in Magdeburg nur 92 000. Die aktuelle Zahl dürfte noch geringer sein.
Es wird daher nur eine Frage der Zeit sein, wann sich nicht nur die Strukturen von Gemeinden und Pastoralverbünden ändern, sondern auch die bundesweiten Strukturen der Kirche auf dem Prüfstand stehen. Sonst entstehen italienische Verhältnisse, in denen praktisch jeder Pfarrer einer größeren Gemeinde sein eigener Bischof ist.






