Die Pfarrkirche St. Saturnina Neuenheerse besitzt Reliquien der sizilianischen Martyrerin Agatha
Die Agatha-Verehrung in Neuenheerse
Neuenheerse. Die heilige Agatha ist in dem ehemaligen Klosterort Neuenheerse vielfach präsent.
von Franz Becker
Agatha ist griechisch und heißt „die Gute“. Reliquien der heiligen Agatha gelangten unter Biso, dem vierten Bischof von Paderborn, im Jahr 887 in das Stift Heerse. Wohl im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts wurde zur Aufbewahrung und Verehrung der Reliquien ein aus Silber getriebenes, teilweise vergoldetes und am Kleidausschnitt mit bunten, blattförmigen Emaileinlagen versehenes Kopfreliquiar der heiligen Agatha geschaffen. Zur Reliquienbüste gehört auch ein silberner Strahlenkranz aus dem 18. Jahrhundert, bestehend aus einem flachen Relief mit 23 züngelnden Flammen, der heute nicht mehr mit der Plastik verbunden ist.
Der südliche Seitenaltar in der Pfarrkirche, gestiftet von der Äbtissin Agatha von Niehausen (1690-1713), zeigt im gesprengten Giebel eine Plastik der Heiligen aus Alabaster. Als Zeichen für ihr Martyrium ist sie mit dem Palmzweig und der Zange als Folterwerkzeug dargestellt und hält mit der linken Hand ihre Brüste in einer Schale. Der Legende nach wurden der Maryrerin die Brüste mit einer Zange abgerissen.
Bei der jährlichen Agatha-Prozession zur Abwendung von Feuersbrunst am Sonntag nach dem Festtag der Heiligen (5. Februar) – in diesem Jahr zeitgleich – wird das Kopfreliquiar, getragen von zwei Feuerwehrmännern, unter der Begleitung der Löschgruppen Neuenheerse und Kühlsen um die Kirche getragen. Dabei werden die Feuerwehrfahrzeuge auf dem Neuenheerser Kirchparkplatz gesegnet.
Die Jungfrau Agatha von Catania in Sizilien starb wahrscheinlich unter Kaiser Decius als Märtyrerin um 250 in ihrer Geburtsstadt und gilt unter anderem als Schutzpatronin der Feuerwehr.







