Kommentar
Die U-Boot-Kandidaten
Drei Wahlen stehen in diesem Jahr an: ein Super-Wahljahr. Der Bürger soll an der Urne über die Besetzung des Parlaments in Europa sowie ihrer kommunalen Pendants und des Bundestages entscheiden.
Gerd Vieler (52) ist Chef vom Dienst des DOM
Alle Jahre wieder werden die Bürger zu den Urnen gebeten. So ist das gut und richtig in einer Demokratie. Und alle Jahre wieder tritt auch ein anderes Phänomen in Erscheinung: das Auftauchen der U-Boot-Kandidaten. Unübersehbar tauchen sie aus den Tiefen der mandatsbedingten Abwesenheit wieder an der provinziellen Oberfläche auf, prangen auf Wäldern von Plakaten, talken sich durch die diversen Showangebote, bieten sich den Medien als Gesprächspartner an und blicken den lokalen Pressefotografen bei Terminen in die Kameralinse.
Der Wahlkampf hat nicht nur in den Parteitagen begonnen, sondern auch um das „Stimmvieh“ vor Ort. Schließlich zählt jede Stimme. Und damit der Wähler vor Ort mit der Partei, die er wählen soll, auch ein Gesicht verbindet, kommen zuerst die Brüsseler Abgeordneten an die Oberfläche. Manch ein Wähler erfährt vielleicht erst jetzt, wer denn da seine Interessen in Europa vertritt und in Zukunft vielleicht vertreten will, während sich die anderen noch diskret zurückhalten, da es bis zu den Bundestagswahlen am 27. September ja noch einige Monate hin ist.
Und inzwischen steht endlich – nach verfassungsrichterlichem Spruch – auch fest, wann die Kommunalwahl in NRW stattfindet (10.8.). Gut, dass die lokalen Spitzen-Kandidaten wenigstens in den Medien omnipräsent sind.






