Aktuelle Ausgabe
2012-20

Ministrantengruppe aus Marsberg pilgert 200 Kilometer zu Fuß nach Santiago de Compostela

Die „goldene Generation“

200 Kilometer zu Fuß zog die Ministrantengruppe des Pastoralverbundes Sintfeld-Diemeltal mit einem Pilgerkreuz nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus.

Marsberg (jon). Fast alle hatten sie Blasen an den Füßen. Doch die waren vergessen, als die Ministrantengruppe des Marsberger Pastoralverbundes Sintfeld-Diemeltal mit ihrem Pilgerkreuz in die Kathedrale von Santiago de Compostela einzog. 200 Kilometer zu Fuß und 5000 Kilometer mit dem Auto lagen hinter ihnen.

Ein beeindruckendes Erlebnis war es für die Ministranten, als sie das Kreuz, das sie auf dem gesamten Weg getragen hatten, vor den Altar der vollbesetzten Kathedrale legen durften. Die Jugendlichen waren in Begleitung von Pfarrer Norbert Wohlgemuth, Leiter des Pastoralverbundes, und drei weiteren Erwachsenen 200 Kilometer zu Fuß gepilgert. Unterwegs übernachteten sie meist in einfachen Herbergen mit riesigen Schlafsälen. Doch es wurde auch gezeltet – bei 2,5 Grad Celsius und dichtem Nebel. Zweimal mußten die Begleitfahrzeuge als Schlafstätte herhalten.
Auf dem Pilgerkreuz hatten sich viele Menschen aus den Orten des Pastoralverbundes und darüber hinaus eingetragen und damit ihre Anliegen den jungen Pilgern mit auf den Weg gegeben. Zum Ausgleich baten die Pilger um Spenden, um die Wallfahrt kostengünstig durchführen zu können. Über 3 000 Euro an Spenden kamen so zusammen. Als das Ziel erreicht war, waren alle Pilger zu Tränen gerührt und dankbar, das Versprechen gehalten zu haben, die Gebetsanliegen der Menschen zu diesem Wallfahrtsort gebracht zu haben.
Überall auf dem Weg wurden die Messdiener angesprochen, andere Pilger machten immer wieder Fotos von der „Gruppe mit dem Kreuz“. Viele waren begeistert davon, dass junge Menschen einen so langen und beschwerlichen Weg für ihren Glauben gehen. Unterwegs wurden acht heilige Messen miteinader gefeiert, entweder als Pilgermessen in den Pfarrkirchen unterwegs oder als Gruppenmessen in den Quartieren. Jeder Tag wurde mit Gebet angefangen und mit Gebet beendet – gestaltet von den Jugendlichen selbst.
Unterwegs hatte jeder Pilger die Möglichkeit, seinen Weg so zu gehen, wie er mochte. Einigen schien die Mühe des Weges nichts auszumachen, andere kamen an ihre körperlichen Grenzen. Auf der letzten Etappe vor Betreten der Altstadt von Santiago traf sich die Gruppe, um sich nochmals geistlich einzustimmen und geschlossen in die Kathedrale einzuziehen.
Nach der Rückkehr traf sich die Pilgergruppe bei einer gemeinsamen Vorabendmesse in der Essenthoer St.-Antonius-Kirche. Zum Abschluss der Pilgerrreise lobte Pfarrer Norbert Wohlgemuth die Jugendlichen als „goldene Generation“, die die Kirche der Zukunft gestalten könne. Die Jugendarbeit im Pastoralverbund Sintfeld-Diemeltal erlebe insgesamt seit geraumer Zeit „einen erheblichen Aufschwung“, sagte er. „Es gab noch nie soviele große Messdiener in den Pfarrgemeinden und alle Angebote werden gut angenommen und unterstützt.“ In jeder Pfarrgemeinde des Pastoralverbundes gebe es Treffen für Mädchen und Jungen. Einige Angebote seien regelmäßig überfüllt. „Mit großer Freude ist zu sehen, dass sich auch schon die nächste Jugendgeneration der 14 bis 16-Jährigen auf die Angebote freut, die den größeren gemacht werden“, sagte Wohlgemuth. Dies alles sei nur möglich, weil es in den Gemeinden viele ehrenamtlich Tätige gebe, „denen es ein Anliegen ist, jungen Menschen den Weg zu Jesus Christus zu zeigen und sie in den Glauben einzuführen“, lobte der Pfarrer.


22.05.2012
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