Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Gemeinde St. Franziskus in Eickel feierte Jubiläen mit Pontifikalamt

Ein Haus aus „lebendigen Steinen“

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Geistlichen feierte Weihbischof Hubert Berenbrinker das Pontifikalamt zum Jubiläum der St.-Franziskus-Gemeinde.Foto:Plamper

Herne. Die Kirchengemeinde St. Franziskus im Pastoralverbund Eickel-Holsterhausen feiert in diesem Jahr unter dem Leitwort „Gottes Haus aus lebendigen Steinen“ ihr 100-jähriges Bestehen. Höhepunkt war ein feierliches Pontifikalamt, das Weihbischof Hubert Berenbrinker aus Paderborn gemeinsam mit den Seelsorgern aus der Gemeinde zelebrierte.

von Elisabeth Plamper

Alle Glocken läuteten und festliches Orgelspiel begleitete die Geistlichen und Messdiener beim Einzug in die Kirche. In seiner Predigt erinnerte der Weihbischof nicht nur an die Erhebung der Kirchengemeinde Holsterhausen zur Pfarrei im Jahr 1909, sondern betonte auch, dass bereits im Vorfeld „ein blühendes Gemeindeleben“ bestand. „Eine Kirche wurde bereits 1906 gebaut.“
Die Gemeinde habe sich immer weiter entwickelt und trotz der Zerstörungen durch die Kriege das Zusammenleben immer wieder neu organisiert. Den stetigen Wandel, dem die Kirche unterworfen ist, spüre die Gemeinde auch gerade in diesen Tagen wieder, erklärte Weihbischhof Hubert Berenbrinker und schlug so den Bogen zum aktuellen strukturellen Wandel in der Kirche. Es gelte, sich auch dieser Herausforderungen zu stellen. Mehr denn je sei das Engagement eines jeden Einzelnen gefragt. „Christentum muss auch gelebt werden“, so sein Appell an die Gemeinde. St. Franziskus habe da viel Potenzial.
Auch der Kirchenchor St. Franziskus Herne-Wanne-Eickel blickt in diesem Jahr auf sein 100-jähriges Bestehen zurück und bereicherte musikalisch das Pontifikalamt. Mit Gastsängern vom Kolpingchor St. Marien, Eickel, und dem Franziskus-Chor Gelsenkirchen sang dieser zum Kyrie und Benedictus die „Kleine“ Orgelsolomesse von Joseph Haydn. Als Sopranistin brillierte Eva Hoffmann aus Haltern. Organist Claudius Stewens aus Gelsenkirchen und die Streicher der Kreuzkirche Herne begleiteten instrumental den Chor und die Solistin. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Chorleiter Bernd Sägebarth-Backwinkel.
„Das 100-jährige Gemeinde-Jubiläum ist Grund genug, ebenso den Quellen nachzuspüren, aus denen die Gemeinde lebt, wie auch die „Zeichen der Zeit“ wahrzunehmen, um glaubensstark die Zukunft zu gewinnen“, heißt es im Grußwort von Dechant Heribert Zerkowski in der Festschrift zum Jubiläum. „Ich lasse mich dabei inspirieren von Ihrem Gemeindepatron, dem hl. Franziskus von Assisi. Seine Lebensgeschichte ist so facettenreich, dass daraus vielfältige Gemeinde-Leitbilder oder -Schwerpunkte entwickelt werden könnten.“ Die Gemeinde vor Ort sei keine einsame Insel. Sie brauche heute die Vernetzung mit anderen Gemeinden. Für Erik Richter, Pfarrer in St. Franziskus, ist die 100-Jahr-Feier eine Einladung „in diesen Zeiten mutig-prophetisch voranzuschreiten.“ Sein Vorgänger, Pfarrer Walter Wolf, feiert in diesem Jahr gleich drei ganz persönliche Jubiläen, seinen 85. Geburtstag, 50-jähriges Priesterjubiläum und 40-jähriges Ortsjubiläum.
„Das 100-jährige Bestehen ist ein Anlass, allen Gemeindemitgliedern für Ihre sichtbaren aber auch für die Tätigkeiten, die nach außen nicht sichtbar werden, Dank zu sagen“, betonen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. „Ohne sie gäbe es keine lebendige Gemeinde.“
Dazu trägt auch die örtliche kfd bei. Ehemals als Mütterverein St. Franziskus im Februar 1909 gegründet, blickt sie wie die Gemeinde selbst, auf das 100-Jährige zurück. „Vertrauen auf den Geist Gottes“ helfe neue Wege zu gehen, auch gegen Widerstände“, bringt es das Sprecherteam auf den Punkt.


23.05.2012
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