Aktuelle Ausgabe
2012-20

40 Jahre „Christus unser Friede“

Ein Kreuz für die Kirche

Am Taufstein: Künstler Egon Stratmann und Mitglieder des Kirchenvorstandes „Christus unser Friede“, die Herren Ernst, Schwingeler und Bürgermann (v. li.). Fotos: Petri

Dortmund. Wer sich der Kirche „Christus unser Friede“ in Dortmund-Oespel nähert, erblickt schon von Weitem einen beeindruckenden modernen Bau. Oben auf dem Dach der Kirche steht ein Kreuz als Zeichen christlichen Glaubens. Durch das Kreuz ist sofort erkennbar, dass es sich bei dem Bauwerk um ein Gotteshaus handelt, obwohl es nicht im bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts üblichen neugotischen Stil gebaut wurde. 

von Anna Petri 

Auf das Kreuz sei die Gemeinde besonders stolz, betont Bernhard Bürgermann, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes der katholischen Pfarrgemeinde „Christus unser Friede“, Dortmund-Oespel/Kley. Denn noch bis vor drei Jahren besaß die im Jahr 1971 fertiggestellte Kirche kein Kreuz auf dem Dach. Den Anstoß zur Errichtung eines Kreuzes gab der heutige Weihbischof im Erzbistum Paderborn, Manfred Grothe, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Gemeinde im Jahr 2002.

Eine Kirche müsse auch als christliches Gotteshaus wahrgenommen werden, so der damalige Prälat, gerade im Hinblick auf die gesellschaftlichen Veränderungen, die sich im religiös-kulturellen Bereich vollzögen. Als zu Beginn des Jahres 2007 Erneuerungen in der Innenraumgestaltung der Kirche beschlossen wurden, wurde die Gestaltung eines Kreuzes in das Projekt miteinbezogen. Beauftragt mit der Gestaltung wurde der Hattinger Künstler Egon Stratmann. Der 75-Jährige war bereits im Jahr 1991 für die Ausmalungen im Innern der Kirche zuständig gewesen.

Es freue ihn sehr, dass die Gemeinde im Hinblick auf die Gestaltung des Kreuzes auf ihn zugekommen sei, betonte Stratmann. Dies zeige, dass die Gemeinde auch nach über 15 Jahren immer noch mit der Ausmalung der Kirche zufrieden sei. Der ursprüngliche Innenraum aus schlichtem Beton und äußerst dunkler Holzvertäfelung habe einen tristen Eindruck erweckt, dass man bereits Anfang der 90er-Jahre die Umgestaltung vorgenommen habe. Für den Innenraum legte Stratmann damals einen Farbentwurf vor, der den Raum aufhellte und nach Ausführung der Arbeiten optisch sehr aufwertete. 

Gern nahm Egon Stratmann auch den Auftrag der Gestaltung des Kreuzes an. Neben dem Kreuz auf der Dachhöhe sollte er auch die Erneuerung der Taufkapelle und die Gestaltung eines neuen Ambos übernehmen. Am 15. Mai 2009 wurde das Kreuz auf das Dach der Kirche gesetzt, am 19. September 2010 wurde die umgestaltete Taufkapelle durch den Pfarrer der Gemeinde, Michael Vogt, eingeweiht.

Das Kreuz, so Stratmann, sei bewusst aus Edelstahl hergestellt und nicht aus Bronze. Damit habe er sich für ein Material entschieden, das aus dem Ruhrgebiet komme. Der Taufbrunnen war bereits im Jahr 1975 im Eingangsbereich der Kirche aufgestellt worden. Dies sei vom Architekten so vorgesehen gewesen, berichtet Stratmann. So symbolisiere die Taufe auch den Eintritt in ein Leben als Christ. Den architektonischen Schwerpunkt des Taufbeckens bildete die Brunnensäule mit überströmendem Wasser, das während der Taufe in die Brunnenschale fließt. Hier war eine Neugestaltung notwendig, da das Taufbecken aus Sichtbeton in der Innenfläche porös und unansehnlich war. Um den großen Wert des Sakraments der Taufe entsprechend hervorzuheben, gestaltete Stratmann das Taufbecken im Innern mit goldenen und blauen Mosaiken. Wellenförmige Strukturen weisen auf das lebendige Wasser der Taufe hin. Auch der Wasserüberlauf wurde in Gold gehalten.

Ziel der Mosaike sei es auch gewesen, das Fließen des Wassers in der Formgebung aufzunehmen, betont Stratmann. Dies ist eindrucksvoll gelungen. Oben auf der Brunnensäule thront ein Kreuz. Egon Stratmann erklärt, dass es sich dabei um das Kulturhauptstadtkreuz von 2010 in halber Größe handelt. Angefertigt hat es der Benediktiner-Pater Abraham Fischer aus der Abtei Königsmünster bei Meschede aus farbig nachbehandeltem Titan. 

Auch im Ambo taucht das Gold in der Farbgebung wieder auf. Als Zeichen für Ewigkeit und Gottesnähe weist es darauf hin, dass hier Gottes Wort verkündet wird. „Im Anfang war das Wort“, ist im oberen Teil auf dem Ambo zu lesen.

Erbaut wurde die Kirche „Christus unser Friede“ im Jahr 1971. In diesem Jahr wurde das 40-jährige Bestehen von Kirche und Pfarrei gefeiert. Umso erfreulicher sei es, dass dazu die Neugestaltung des Taufbeckens, des Ambos und des Kreuzes abgeschlossen sei, betont Bernhard Bürgermann. Mit der Kirche wie sie jetzt ist, sei die Gemeinde ausgesprochen zufrieden. Und er fügt hinzu: „Die Gemeinde liebt ihre Kirche.

 

 


23.05.2012
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