Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kirchengemeinde St. Georg hat neue Kindertagesstätte gebaut

Ein Stück Abenteuer

Bad Pyrmont. Schon an der Eingangstür ist das fröhliche Lachen zu hören. Überall in den lichtdurchfluteten, in Gelb und Grün gehaltenen Räumen wuseln die Kinder herum. Keine Frage, die Kleinen fühlen sich wohl in ihrem neuen Paradies, der für 1,4 Millionen Euro neu gebauten Kindertagesstätte der katholischen Kirchengemeinde St. Georg in Bad Pyrmont. 

von Ruth Lakenbrink 

„Ich finde ja den Begriff Kindergarten viel besser als Kindertagesstätte“, erklärt Pfarrer Walter Heinrichsrüscher bei einem Rundgang durch die neuen Räume. „Garten hat etwas mit Wachsen, mit Entfaltung, mit Wohlfühlen zu tun“, findet der katholische Seelsorger, der sich in den vergangenen Jahren beharrlich für das Projekt Kindergartenneubau eingesetzt hat. Der Platz zum Wohlfühlen wurde nun endgültig geschaffen. Der frühere Kindergarten, ein altes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1947, war baufällig und wurde abgerissen. Zudem konnte die Kirchengemeinde ein Nachbargrundstück mit einem ebenfalls baufälligen Haus hinzukaufen. Auf dem Gesamtareal entstand ein moderner, von Architektin Myriam König entworfener Neubau mit großen Fenstern und einer Nutzfläche von rund 650 Quadratmetern.

Zwei Gruppen, „Frösche“ und „Löwenzahn“ genannt, mit jeweils 25 Kindern haben großzügige Räumlichkeiten bekommen, mit Bereichen zum Malen, Basteln, Toben und Ausruhen sowie einer eigenen Spielgalerie.

Zudem beherbergt der Neubau an der Bathildisstraße nun auch eine Krippengruppe, „als erste Kirchengemeinde in Bad Pyrmont überhaupt“, betont der Pfarrer nicht ohne Stolz. Die „Krabbelkäfer“, 15 Kinder unter drei Jahren, haben neben dem bestens ausgestatteten Gruppenraum auch noch einen separaten Schlaf- und Waschraum samt Toilette bekommen.

Im Obergeschoss wurde zudem noch ein großer Gymnastikraum, ein Bastel- sowie ein Besprechungszimmer eingerichtet. Bei den Eltern käme vor allem die Cafeteria sehr gut an, die diese als Kommunikationstreffpunkt nutzen würden, erklärt Anja Berger, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte. Zusammen mit sechs weiteren Kolleginnen sowie zwei Vertretungskräften betreut sie die insgesamt 65 Kinder. Doch das Wichtigste: „Die Kinder fühlen sich sehr wohl“, so Berger. Während der einjährigen Bauzeit war der Kindergarten St. Georg übergangsweise im St.-Georg-Krankenhaus untergebracht. Am 1. Februar, in dickem Schneegestöber, schließlich bezogen die Kinder und Erzieherinnen ihr neues Reich, um das herum in den vergangenen Wochen noch einiges ergänzt wurde. Vor allem der Außenbereich muss noch neu gestaltet werden. Die Bagger aber, mit deren Hilfe die Arbeiten durchgeführt wurden und werden, sorgen bei den Kindern für Begeisterung. „Das ist Kino live“, erklärt Anja Berger lachend. In zwei Reihen hätten die Kinder zum Teil vor den Fenstern gesessen, um die Arbeiten zu verfolgen. Ein Teil der Außenfläche wurde bereits gepflastert, in den kommenden Wochen steht die Gestaltung des Gartens auf dem Programm.

Ein Stück Abenteuer sei es gewesen, die Kindertagesstätte zu planen und zu finanzieren, bilanziert Pfarrer Heinrichsrüscher, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Rund 1,4 Millionen Euro hat der Neubau der Kindertagesstätte insgesamt gekostet. Etwa 600 000 Euro kommen aus öffentlichen Mitteln von Kreis, Stadt und Land. Weitere rund 400 000 Euro steuert das Erzbistum Paderborn hinzu. Der Rest wird durch Spender und Sponsoren der Kirchengemeinde St. Georg finanziert. 

 


23.05.2012
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