Aktuelle Ausgabe
2012-20

Missio-Kampagne zum Sonntag der Weltmission in der Herforder St.-Paulus-Gemeinde eröffnet

„Ein Zeugnis, das beflügelt“


Herford/Erzbistum (-haus). Mit einem festlichen Gottesdienst in der Herforder St.-Paulus-Kirche hat im Erzbistum die Missio-Kampagne zum Sonntag der Weltmission am 24. Oktober begonnen. Anlässlich des 100. Geburtstages von Mutter Teresa in diesem Jahr präsentiert Missio am Beispielland Indien das vielfältige Engagement von Ordensfrauen auf dem Subkontinent. Überschrieben ist der Sonntag der Weltmission in diesem Jahr mit dem Wort Jesu aus dem Lukas-Evangelium: „Geh und handle genauso!“

Exotische Klänge sind an diesem Sonntagmorgen in der Kirche am Stadtrand Herfords zu hören. Gebannt verfolgen die Gottesdienstbesucher die grazilen Bewegungen der beiden Tänzerinnen der Gruppe Kerala-Sajam während der Gabenbereitung. Jedes Element des Tanzes hat seine ganz eigene Bedeutung, jedes Nicken des Kopfes, jede Drehung – bis hin zu den kaum merklichen fließenden Bewegungen der Finger.

Ungewöhnlich und faszinierend zugleich. Fern und letztlich doch ganz nah, wie Weihbischof Matthias König  als Missio-Diözesandirektor zuvor in seiner Predigt deutlich gemacht hatte, als er das Wirken zahlreicher indischer Ordensschwestern in Deutschland beschrieben hatte und dabei die Frage stellte, ob sich die Richtung in der Glaubensweitergabe heute nicht umkehre: „Früher sandte Europa die Missionare in die Welt, heute kommen indische, afrikanische und asiatische Ordensfrauen nach Deutschland.“

Gerade in Indien mache die Fülle der Berufungen vieles möglich, berichtete der Weihbischof, der das Land im vergangenen Jahr selbst besucht hat: „Dort entstehen Schulen, Alten- und Kinderheime, Hospize.“ Dabei seien die Schwestern in Indien oft wirkliche Pionierinnen in dem vom Hinduismus geprägten Land: „Sie gehen dorthin, wohin bisher niemand gegangen ist.“ Ihr Wirken, so der Weihbischof, berühre die Menschen und setze sie ihrerseits in Bewegung: „Ein Zeugnis, das beflügelt!“

Nach dem Gottesdienst berichtete Schwester Lissa aus Indien im Pfarrheim der Gemeinde von ihrer Arbeit im Orden der „Dienerinnen der Armen und Alten“. Ihre Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte sie in Deutschland, 18 Jahre war sie hier tätig, ehe ihr Weg sie zurück in ihre Heimat führte. Dort leitet sie ein Altenheim im Bundesstaat Kerala. In dieser Region leben die meisten indischen Christen.

Neben einem fehlenden Sozialsystem in Indien sei es auch die mangelnde Solidarität, so die 42-jährige Schwester, die für die Helfer eine große Herausforderung seien. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass in der indischen Gesellschaft Frauen stark unterdrückt würden. „Doch unterkriegen lasse ich mich nicht“, erklärt die Schwester lächelnd – aber mit Nachdruck.


23.05.2012
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