Aktuelle Ausgabe
2012-20

St.-Elisabeth-Stiftung investiert Millionen in ein Altenzentrum mit Seniorenhotel

Ein „ehrgeiziges Projekt“

Das Areal an der Parkstraße wird zum Altenzentrum mit Seniorenhotel umgebaut, sehr zur Freude von Stiftungs-Geschäftsführer Wilhelm Gör­mann (3. v. l.) und seinen Mitstreitern aus Stiftung und Gemeinde.

Horn-Bad Meinberg/Detmold. Es sei eine „Herausforderung“ und ein sehr „ehrgeiziges Projekt“, das die St.-Elisabeth-Stiftung nun in Horn-Bad Meinberg in Angriff nimmt, dessen ist sich Geschäftsführer Wilhelm Görmann durchaus bewusst. Doch nur so könne das ehemalige Müttergenesungsheim, das Marienheim nahe dem Kurpark, sowie das angrenzende Areal eine neue, sinnvolle Nutzung erhalten: als Altenzentrum samt Seniorenhotel.

von Ruth Lakenbrink

Bei der Trennung der beiden katholischen Kirchengemeinden in Horn-Bad Meinberg und Detmold in den 1950er-Jahren blieb das Marienheim Eigentum der Detmolder und wurde seitdem als Müttergenesungsheim unter der Leitung der Franziskanerinnen aus Salzkotten genutzt. 1993 übernahm die St. Elisabeth Stiftung (siehe Infokasten) die karitativen Einrichtungen der Kirchengemeinde und somit auch das Marienheim.
Bedingt durch eine Veränderung im Gesundheitswesen vor zehn Jahren sei eine Nutzung als Müttergenesungsheim uninteressant geworden, berichtet Görmann. Jahrelang wurde das Marienheim seither nur sporadisch genutzt, zuletzt hat es eine Wohngruppe des Elisabeth-Kinderheims beherbergt. Daher habe sich zwangsläufig die Frage gestellt“, so Görmann: „aufgeben oder investieren“.
Die Entscheidung für einen Umbau brachte schließlich der glückliche Umstand, dass zunächst ein anliegendes baufälliges Gebäude sowie unlängst auch das dahinter befindliche Hotel „Parkblick“ erworben wurden. Nun steht der kirchlichen Stiftung an der Parkstraße 59 bis 63 ein Gesamtareal von 5500 Quadratmetern zur Verfügung, das in verschiedene Teilbereiche gegliedert werden soll.
Das Marienheim und das baufällige Nebengebäude sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dort soll eine stationäre Altenpflegeeinrichtung mit dem Schwerpunkt Demenzerkrankung entstehen. Zwölf Personen, so der Plan, sollen je eine Wohngemeinschaft bilden, die von einer Pflegekraft ganztags betreut wird. Rund 50 Pflegeplätze sollen insgesamt entstehen.
Im angrenzenden Teil des ehemaligen Hotels soll ein Bereich „Betreutes Wohnen“ geschaffen werden. Dort werden 28 Wohnungen mit einer Größe von jeweils 55 Quadratmetern eingebaut. Die dortigen Mieter werden bei Bedarf ambulant durch die Caritassozialstation betreut.
Der andere Teil des Hotels soll weiterhin als solches genutzt werden. „Wir haben in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen mit Seniorengruppen gemacht“, begründet Görmann die Entscheidung für ein „Seniorenhotel“ mit etwa 30 Betten. Als großen Vorteil sieht der Geschäftsführer der Stiftung die direkte Anbindung an den Kurpark, ein sowohl für die Hotelgäste als auch für die Bewohner des Altenzentrums wichtiger Standortfaktor.
Die Baumaßnahmen starten mit Renovierung und Umbau des Hotels, das im Frühjahr 2010 fertiggestellt sein soll. In einem zweiten großen Bauabschnitt folgen dann die Abbruch- und Neubauarbeiten des stationären Altenheims, dessen Fertigstellung, wenn alles glatt läuft, für Sommer 2011 avisiert ist. Auch wenn Görmann keine genaue Investitionssumme nennen möchte, räumte er jedoch ein, der Umbau werde„mehrere Millionen“ kosten.


23.05.2012
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