Erzbischof Alcides Mendoza Castro eröffnete den Peru-Basar des Cusco-Freundeskreises
Ein glücklicher Zufall führte Regie
Dortmund (-haus). Er kam als Gast und fasste gleich mit an: Am Eröffnungstag des traditionellen Peru-Basars des Dortmunder Freundeskreises Cusco (DFC) in der Kundenhalle der Commerzbank half der ehemalige Erzbischof der Diözese Cusco, Monseñor Alcides Mendoza Castro, tatkräftig mit, den Umsatz zu steigern.
Mit seiner Gesundheit steht es derzeit nicht zum Besten, doch wenn er auf den Dortmunder Freundeskreis Cusco zu sprechen kommt, dann strahlen die Augen des Erzbischofs: „Es war wohl Gottes Wirken“, beschreibt er das Zusammentreffen mit Jutta Kanert aus Dortmund vor rund 24 Jahren.
Durch Zufall – ein Deutscher, der sich für Indios engagierte, sprach das Ehepaar Kanert in Lima an – entstand der Kontakt zwischen Dortmund und der Stadt in den peruanischen Anden: „Es war Ostern 1987“, erinnert sich Jutta Kanert: „Wir wurden vom Erzbischof gleich zur Feier der Osternacht eingeladen.“
Zurück in Deutschland fiel dann der Startschuss für den DFC. Dabei stand bei allen Projekten ein Ziel im Mittelpunkt: Die Hilfe sollte nachhaltig angelegt sein und den Menschen eine Perspektive eröffnen, sich selbst zu helfen. Ihren Blick richteten die DFC-Mitglieder dabei besonders auf die Indios, da die Ureinwohner mit vielen Benachteiligungen zu kämpfen haben.
Seitdem hat der DFC mit der Unterstützung zahlreicher Spender eine ganze Reihe von Projekten in die Tat umgesetzt: Heime für Straßenkinder und Sozialwaisen wurden gegründet, Jugendliche erhalten die Chance auf eine Ausbildung. Angelegt ist die Hilfe so, dass sie sich im Idealfall selbst trägt.
In Peru habe sich in letzter Zeit einiges zum Besseren gewandelt, erläutert der Erzbischof die aktuelle Situation in seiner Heimat, muss dabei allerdings gleich einschränken: Die Indios in den Andenregionen hätten jedoch nicht soviel Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen: Ihre Stellung in der Gesellschaft sei nach wie vor weit unten angesiedelt. Umso wichtiger, so der Erzbischof, seien die vom Freundeskreis initiierten Projekte zur Selbsthilfe: Etwa, wenn junge Frauen nicht nur während ihrer Schulzeit betreut würden, sondern danach die Chance erhalten, einen Beruf zu erlernen. „Mit dem Rüstzeug, das sie in unseren Einrichtungen erhalten, haben sie eine Chance, die sie als Indios sonst kaum bekommen würden“, beschreibt Jutta Kanert die Situation.
Denn auch wenn der Staat mittlerweile aktiver geworden ist, so bleiben die Sozialprogramme in den meisten Fällen auf die großen Städte beschränkt. Die Indios profitieren so gut wie nie davon. Am schlimmsten trifft es die Kinder, berichtet der ehemalige Erzbischof: „Neunjährige, die in ihrem Leben noch nie ein Bonbon bekommen haben, die noch nie mit Medikamenten versorgt worden sind – das ist immer noch an der Tagesordnung.“







