Aktuelle Ausgabe
2012-20

Der an Leukämie erkrankte Messdiener Markus Arning hat seine Krankheit überwunden

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Markus Arning ist froh, wieder am Leben und an Ministranten-Fahrten teilnehmen zu können.

Bielefeld. Im Jahr 2005 erkrankte Markus Arning an der lebensgefährlichen Krebskrankheit Leukämie (Der DOM berichtete). Doch diese schwere Krankheit hat der Messdiener dank eines Stammzellenspenders hinter sich gelassen. Jetzt besucht er die 13. Klasse der Marienschule der Ursulinen in Bielefeld-Schildesche, um in diesem Jahr sein Abitur zu machen.

von Martin Tobias Rupprecht

Heute ist Markus Arning wieder ein sehr lebensfroher Mensch. Es gibt fast nichts, was noch an seine Erkrankung erinnert. Wer Markus vor seiner Krankheit kannte und ihn heute trifft, der bemerkt, dass er fast „der Alte“ ist. Die glatten schwarzen Haare weichen mittlerweile den blonden Gewellten, die an seinen ursprüngliche Schopf erinnern.
Auf die Frage, ob ihn die Krankheit verändert habe, antwortet er: „Ich bin froh, dass es soweit geschafft ist. Es war eine sehr harte und anstrengende Zeit, aber ich habe die Hoffnung nie aufgegeben.“ Markus litt an einer der drei gefährlichsten Formen der Leukämie, die unbehandelt in kurzer Zeit zum Tode führen konnte. Weiße Blutkörperchen vermehren sich unkontrolliert und schwemmen ins Blut aus. Die Ursache ist unbekannt. Heilung konnte nur eine Knochenmarktransplantation bringen. Zuvor musste aber das enorme Wachstum der weißen Blutkörperchen eingedämmt werden. Hierzu bekam Markus mehrere Chemotherapien, die auch gleichzeitig gesunde Zellen abbauten und somit das Immunsystem deutlich schwächten. Die meiste Zeit verbrachte er im Krankenhaus unter ständiger Beobachtung.
Dann hörte er, dass seine Ministrantengruppe, seine Freunde und Mitschüler, aber besonders Freundin Stefanie und seine Familie viele Aktionen planten, um eine groß angelegte Typisierung zu starten, bei der ein geeigneter Spender gesucht wurde. Das war Ende des Jahres 2005. Rund 2000 Menschen kamen zur ins Leben gerufenen Typisierungsaktion in die Marienschule in Bielefeld. Die Aktivitäten zur Spendenaktion und die dadurch ermöglichte Typisierung brachten schließlich den Erfolg.
In der Christmette am Heiligen Abend 2005 gab Pastor Hans Prüfert in der Kirche der Ursulinen bekannt, es habe sich ein geeigneter Spender für Markus gefunden.Es kam der Tag der Transplantation und anschließend eine harte Zeit der Isolation. Der rote Punkt an Markus Zimmertür im Krankenhaus bedeutete, kein Besuch, kein Kontakt. Das Immunsystem war so geschwächt, dass jede Kleinigkeit eine lebensgefährliche Infektion auslösen konnte.
Heute, gut drei Jahre später, ist er froh, wieder unter Menschen zu sein. Da Sport schon immer seine Leidenschaft war, durfte er endlich auch da wieder langsam beginnen, aktiv zu werden, zunächst beim Fußballspielen und jetzt auch schon wieder in seiner Handballmannschaft. Nach mehrmaligem Aussetzen ist Markus im Sommer 2008 endlich wieder mit den Ministraten, der Ministrantengruppe der Ursulinen ins Zeltlager aufgebrochen. „Wenn es in diesem Sommer ins Zeltlager geht, dann ist ein großer Schritt für mich geschafft, dann ist der Wunsch, das Abi zu machen, wahr geworden“, sagt der Marienschüler.
Mit seinen Mitschülern des 13. Jahrgangs befindet sich der 20-Jährige derzeit im ganz normalen Abiturstress. Dieser endet dann mit den Klausuren Ende des Februar/Anfang März. Sein liebstes Abiturfach musste Markus abwählen. „Das Abifach Sport wird ja von den meisten Mensch belächelt. Die Inhalte wie Trainingslehre, die gesamte Biochemie und Sportmedizin, das Auseinandersetzen mit dem Thema Doping sind sehr anspruchsvoll. Doch leider kann ich mit meinem Trainingsrückstand im praktischen Teil – ich müsste jetzt bei null anfangen – nicht mithalten.“ Aus diesem Grund wählte Markus, als er im Sommer 2007 wieder in die 12. Klasse einstieg, Deutsch und Pädagogik als Abiturfächer. Doch derlei Dinge können den gläubigen Christen nicht von seinem Weg abbringen, schließlich er hat bereits deutlich Schlimmeres durchgestanden.


23.05.2012
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