Aktuelle Ausgabe
2012-20

Alte Sendenhorster Brandglocke läutet Dank Hilfe aus Hohenlimburg auf Missionsstation

Eine Glocke für Kenia

Freude herrschte auf der Missionsstation, als die Glocke erstmals läutete.

Hohenlimburg. Hell läutet die alte Sendenhorster Brandglocke auf der Missionsstation Nyang’oma unweit des Victoriasees in Kenia und ruft die Bewohner zum Gottesdienst. Es ist ein ganz besonderer Tag, denn das neue Geläut ist heute zum ersten Mal im Einsatz. Erst vor wenigen Tagen hatten Mitglieder des Freundeskreises Nyang’oma e.V. einen passenden Glockenturm gebaut und das Prachtstück an seinen Platz gehängt. Dementsprechend stolz sind die Kirchgänger auch auf die neue Errungenschaft, die sie den treuen Helfern aus Deutschland zu verdanken haben.  

Seit vielen Jahren setzen sich die Mitglieder des Vereins „Freundeskreis Nyang’oma e.V.“ für die Menschen auf der Missionsstation in Kenia ein. Einer dieser engagierten Afrikafahrer ist der Hohenlimburger Wolfgang Witt, der auch diesmal, beim Bau des Glockenturms, kräftig mit zupackte.

Die neue Glocke ist ein Geschenk zum 50-jährigen Bestehen der „Catholic Mission Nyang’oma“. Vom Frachtzentrum in Greven gelangte die rund 100 Kilogramm schwere Glocke nach Nairobi, wo sie von Wolfgang Witt und seinen Mitstreitern in Empfang genommen wurde. Nach rund acht Stunden am Zoll, versehen mit vielen Stempeln auf den Frachtpapieren sowie der Zahlung von Steuern und Frachtkosten, wurde das Geschenk mit einem Transporter über Land ins 600 Kilometer entfernte Nyang’oma gebracht. 

Die Station am Rande des Victoriasees auf der heute bis zu 2000 Menschen leben ist für den Hohenlimburger Schlosser so etwas wie eine zweite Heimat geworden. „Jedes Jahr fahren ein paar von uns nach Nyang’oma, um dort gemeinsam mit den Bewohnern bestimmte Projekte zum Erhalt der Station durchzuführen. Dabei fallen vor allem der Bau von Wasserleitungen und Regenspeicherbecken sowie Renovierungsarbeiten an den Gebäuden an“, berichtet Wolfgang Witt. Der jüngste Arbeitseinsatz galt jetzt dem neuen Glockenturm. 

Die Station, die einst von dem niederländischen Pater Jan van den Ouderaa gegründet wurde, liegt rund 100 Kilometer von Kisumu, der nächsten Großstadt, entfernt. Hier werden Menschen betreut, die in Afrika sonst kaum eine Chance auf Leben hätten. Neben mehreren Schulen, einer Krankenstation, einem Waisenhaus und einem Grundschulinternat für Mädchen finden sich eine Lehrwerkstatt für Gehörlose und ein kleines Wohndorf für verstoßene Witwen. „Ende der 80er war ich das erste Mal im Rahmen eines freiwilligen Arbeitseinsatzes auf der Station und habe mich auf Anhieb in das Land und die Menschen dort verliebt. Als der Gründerpater dann starb und damit auch die Spenden seiner holländischen Heimatgemeinde ausblieben, stand die Station vor dem Aus. Wir haben uns dann entschlossen, auf eigene Faust weiterzumachen.“ 

Gemeinsam mit anderen Teilnehmern von Arbeitseinsätzen hat Wolfgang Witt den Freundeskreis Nyang’oma e.V. ins Leben gerufen, um diese wichtige Einrichtung mit Spenden und aktiver Arbeit weiter zu unterstützen. 

Auch als vor zweieinhalb Jahren bürgerkriegsartige Unruhen das Land erschütterten, waren die deutschen Helfer vor Ort und haben sich um die Station gekümmert. Ihr Ziel ist es, nicht blindlings Spendengelder zu überweisen, sondern gemeinsam mit den Bewohnern der Station sinnvolle Hilfsprojekte zu planen und sie auch gemeinsam mit ihnen vor Ort umzusetzen.


23.05.2012
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