Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kleiderladen der Caritas in Oerlinghausen wird am kommenden Dienstag wiedereröffnet

Eine Tradition blüht neu auf

Kleinigkeiten fehlen zwar noch, etwa die Beschriftung der Schränke oder ein Paravent, der eine Umkleidemöglichkeit schaffen soll, aber bis zur Eröffnung soll alles fertig sein, so der Plan der 18 ehrenamtlichen Helferinnen. Auch Pfarrer Markus Pohl (hinten Mitte) freut sich über den „Kleiderladen“.

Oerlinghausen. Größer ist sie geworden und einen neuen Namen hat sie bekommen: die Kleiderkammer der Caritas Oerlinghausen wird am kommenden Dienstag, 23. März, um 16 Uhr nach fast vierjähriger Zwangspause als „Kleiderladen“ im Gemeindehaus St. Michael neu eröffnet. Damit findet eine rund 30-jährige Oerlinghauser Tradition ihre Fortsetzung.

von Ruth Lakenbrink

Eine Kleiderkammer gehört einfach ins Gemeindehaus St. Michael, findet Elisabeth Hölscher, Vorsitzende der Caritas-Konferenz Oerlinghausen. Schließlich wurde dort bereits vor mehr als 30 Jahren, am 25. Mai 1978, die erste Kleiderkammer der Caritas eröffnet. Gründerin Grete Bories hatte auf einem Seminar in Dortmund von den Kleiderkammern erfahren und diese Idee nach Oerlinghausen übertragen.
Zwei kleine Räume im Gemeindehaus St. Michael richtete Bories mit tatkräftiger Unterstützung des Familienkreises damals ein. Anfänglich war die Kleiderstube quasi als Tauschbörse für Kinderkleidung gedacht: zu klein gewordene Sachen konnten gegen größere eingetauscht werden. Als die Zeit kam, da die Rentner aus der DDR zu Besuch kommen durften, wuchs der Bedarf an Erwachsenengrößen. Und auch von Sozialhilfeempfängern, Spätaussiedlern und Asylanten wurde die Kleiderkammer genutzt.
Doch im Jahr 2006 fand die Kleiderkammer ein durch den Abriss des Gemeindehauses bedingtes Ende. Drei Jahre später, im Juni 2009, als das neue Pfarrheim eingeweiht wurde, stand für die Caritas-Konferenz fest, dass die Tradition fortgeführt werden sollte, schließlich ist der Bedarf an günstiger und gut erhaltener Gebrauchtkleidung in den vergangenen Jahren nicht geringer geworden. Seit vergangenem Oktober hat Elisabeth Hölscher den Kleiderladen konzeptioniert, der sich nun im Untergeschoss des Gemeindehauses in deutlich größeren Räumlichkeiten befindet. Sponsoren für die Ladeneinrichtung wurden gefunden, sodass es vom Spiegel über Schränke und Regale bis hin zu Kleiderstangen und Beschriftungen an nichts mangelt.  
18 Frauen, acht von ihnen stammen noch aus der „alten“ Kleiderkammer-Truppe vor dem Abriss, erklärten sich bereit, sich ehrenamtlich um den Laden zu kümmern, der dienstags von 15.30 bis 17 Uhr geöffnet sein wird. Lediglich in den Schulferien bleibt der Kleiderladen geschlossen. Jeweils drei Frauen versorgen im Wechsel die Kunden, nehmen Waren an, kontrollieren und sortieren diese. Beschädigte oder beschmutzte Ware wird aussortiert und geht an die Aktion Rumpelkammer oder an die Rumänienhilfe Agape. Gegen einen geringen Obolus werden im Kleiderladen Damen-, Herren- und Kinderkleidung, Bettwäsche und Handtücher an Bedürftige abgegeben. Kommen kann, wer möchte.
Bei Bedarf werden auch weiterführende Gespräche mit Fachkräften der Sozialdienste vor Ort vermittelt, denn der Kleiderladen soll zugleich ein Ort für Gespräche sein, an dem die Kunden auch ihre Sorgen loswerden können.
Der Kleiderladen freut sich weiterhin über Spenden, vor allem über Kinderkleidung. „Die ist schwer zu bekommen“, weiß Elisabeth Hölscher, schließlich würde diese häufig auf Trödelmärkten verkauft oder innerhalb der Familien weiterverschenkt. Für solche Engpässe haben die Oerlinghauser mit der „Zipfelmütze“ in Detmold, die sich auf Kinderkleidung spezialisiert hat, eine Kooperation geschlossen.
Am 23. März, wird der Kleiderladen im Gemeindehaus St. Michael, Grüte 2, offiziell eröffnet und die Räumlichkeiten von Pfarrer Markus Pohl gesegnet.


23.05.2012
Impressum | Kontakt
4002