Aktuelle Ausgabe
2012-20

Treffpunkt Umsonst-Laden ist in größere Räumlichkeiten umgezogen

Eine „biblische“ Erfolgsgeschichte

Der Andrang war riesig bei der Neueröffnung des Umsonst-Ladens, zu der auch Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann (2. v. r.) sowie Pfarrer i. R. Karl-Heinrich Brinkmann (ganz rechts) gekommen waren.

Detmold (rtl). Seit acht Jahren ist der „Treffpunkt Umsonst-Laden“ Anlaufstelle für Menschen in Not. Nun ist das ökumenische Projekt in größere Räumlichkeiten an der Martin-Luther-Straße 29 umgezogen. Ein Grund, das erfolgreiche Projekt im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Versöhnungskirche vorzustellen.

Der Andrang war immens bei der Segnung der neuen Räumlichkeiten. Dutzende Menschen drängten sich vor dem Eingang des Umsonst-Ladens und warteten darauf, dass sich die Türen öffneten.
Auch in den neuen und vor allem größeren Räumlichkeiten werden gut erhaltene Waren, zum Beispiel Kleidung, Geschirr oder Bücher, angeboten und gerne auch angenommen. Jeder Gast kann pro Besuch jeweils drei Teile kostenlos mitnehmen. Lediglich um einen Euro wird gebeten, damit die Ladenmiete gesichert ist. Aber: Es kämen nicht nur Bedürftige in den Laden, sagte Mitarbeiterin Barbara Fromm: „Uns ist es ganz wichtig, dass es sich mischt.“
Denn gleichzeitig ist der Laden ein Treffpunkt für Menschen: „Ich wünsche, dass sich die Erfolgsgeschichte des Umsonst-Ladens fortsetzt“, sagte Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann zur Neueröffnung und zog den Vergleich zur Kirche. Auch dort könnten alle Menschen hingehen und sich aufgehoben fühlen, ganz gleich wie viel Geld sie besäßen.
Detmolds Bürgermeister Rainer Heller wünschte den Mitarbeiterinnen „ein stets volles Haus und nette Menschen“. Gleichzeitig wies Heller jedoch darauf hin: „Wenn solche Einrichtungen einmal nicht mehr nötig sein sollten, beglückwünsche ich unsere Gesellschaft.“
Im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes sagte Pfarrerin Claudia Ostarek: „Die Idee hat ganz viel mit Bibel und der Gerechtigkeit zu tun.“ Unsere Gesellschaft sei profitorientiert, jeder Mensch werde nur noch nach seiner Leistungsfähigkeit bewertet. Das fängt laut Ostarek bei teuren Markenklamotten in der Schule an und reicht bis zur Bezahlung von Pflege, die nach Modulen berechnet werde. „Der Umsonst-Laden soll dieses Denken durchbrechen. Er rückt den Menschen wieder in den Mittelpunkt des ökonomischen Handelns“, so Ostarek. Deshalb sei die Einrichtung „ein ausgesprochen kirchliches Projekt“.
Der Umsonst-Laden ist mittwochs von 10 bis 12 Uhr und freitags von 16 bis 18 Uhr geöffnet.


23.05.2012
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