Kommentar
Eine schöne, neue Welt

Auf seiner Reise durch mehrere Länder Euopas stellt der neue US-Präsident Barack Obama seine Vision von einer Welt ohne Atomwaffen vor und erhielt fast schon frenetischen Beifall.Auch in anderen Fragen will er sein Land aus der Isolation führen, in die es sein Amtsvorgänger Georg W. Bush gebracht hatte.
Gerd Vieler (52) ist Chef vom Dienst des DOM
Die Krise ist allgegenwärtig – wenigstens in den Medien und den Verlautbarungen mehr oder weniger sachkundiger Experten. In der Bevölkerung jedoch scheint nach Meinungsumfragen das Bewusstsein für die Bedrohung noch nicht angekommen zu sein.
Dennoch tut es gut, von hoffnungsvollen Visionen für die Zukunft zu hören, die sich von den düsteren Prognosen abheben. Kein Wunder also, dass der US-Präsident Beifall dafür erhält, wenn sich Amerika an die Spitze von Bewegungen setzen will, die den Menschen schon lange unter den Nägeln brennen: von der Klimakatastrophe bis zum atomaren Overkill. Wohltuend ist es auch, dass diese Visionen nicht von irgendwem kommen, sondern jemandem, der in der Lage sein könnte, solche Visionen auch umzusetzen.
Doch es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Mit einer termingerecht gestarteten Rakete durchschoss das diktatorisch regierte Nordkorea die Visionen des Hoffnungsträgers aus Amerika. Und solche „Nachbarn“ sitzen auch in anderen Ländern. Daher wird die Umsetzung der Visionen Zeit brauchen und einen langen Atem. Aber wie heißt es so schön: Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Und der scheint getan.






