Aktuelle Ausgabe
2012-20

Josefshaus in Lipperode feiert am 20. Juni ein außergewöhnliches Sommerfest

Einer für alle, alle für einen

Die Organisatoren um Meinolf Kleine (r.) freuen sich schon jetzt gemeinsam mit den Bewohnern des Josefshauses auf das außergewöhnliche Sommerfest. Foto: Niggenaber

Lipperode. Sommerfest am Josefshaus Lipperode, einem Wohnheim mit Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in einem 4 000-Seelen-Dorf östlich von Lippstadt: Sicherlich ein schöner, zunächst aber nicht gerade besonderer Anlass, darüber zu berichten. Wenn, ja wenn in dem Ort nicht dieser außergewöhnliche Gemeinschaftsgeist herrschen würde, der in diesem Jahr eine eben doch ganz besondere Blüte treibt. Statt wie anderorts zuweilen üblich, vereinzelte Abordnungen zum Wohnheim zu schicken, haben bislang 24 örtliche Vereine und Gruppen gesagt: „Da machen wir ausnahmslos mit.“ Denn: Das Josefshaus sei nicht nur geografischer Mittelpunkt des Dorfes, sondern mittlerweile auch gesellschaftlicher – und in seiner zwischenmenschlichen Funktion einfach nicht mehr wegzudenken. 

von Stefan Niggenaber 

Damals, da erinnert sich Meinolf Kleine vom Freundes- und Fördererverein des Josefshauses noch ganz genau, „haben wir immer versucht, unsere Bewohner in die Dorfgemeinschaft zu integrieren“. Dieses Ziel jedoch könne man nun schon, „fast als erreicht betrachten“, fein säuberlich zu den Akten legen. Kleine: „Es ist wirklich unglaublich, was hier vor Ort passiert. Menschen, ob nun mit Behinderung oder nicht, gehen wie selbstverständlich aufeinander zu, miteinander um, freunden sich an, leben und feiern gemeinsam.“ Und das alles passiere nicht etwa aufgrund von persönlichen Pflichtgefühlen, sondern einfach, so Kleine, „weil jeder einzelne jeden anderen akzeptiert und es allen riesigen Spaß macht.“

Auf das geplante Sommerfest am Sonntag, 20. Juni, ab 10.30 Uhr, das in diesem Jahr wegen des überwältigenden Engagements der Dorfbevölkerung wohl erstmals in seiner Geschichte die komplette Anlage in Beschlag nehmen wird, freut sich Meinolf Kleine für die Bewohner deshalb schon ganz besonders: „Da wird eine Menge geboten. Jeder Verein ist mit einer eigenen Aktion am Start oder hilft aktiv bei der Organisation mit. Das wird ein Fest auf Augenhöhe.“ Das Sommerfest steht in diesem Jahr unter dem Motto: Lipperode – ein Ort für alle. Fest eingeplant sind bereits ein ökumenischer Gottesdienst am Morgen, der wieder von den Bewohnern des Josefshauses vorbereitet wird, ein musikalischer Frühschoppen, ein Musikgarten, allerhand Aktionen für Kinder wie Tänze, ein Basar, Minikicker, Federfußball, Schminken und Kutschfahrten sowie zahlreiche Gemeinschaftsaktionen der Vereine, die weit über das bloße Präsentieren des Vereins hinaus gehen werden. Außerdem wird gegen 14 Uhr eine neue Kunst-Ausstellung unter dem Titel „Augenblicke“ in den Fluren des Josefshauses eröffnet werden.

Begeistert vom Engagement „seiner“ Bürger und der Idee, ein Fest für alle auf dem Gelände des Josefshauses auszurichten, zeigt sich auch Ortsvorsteher Otto Brand: „Das ist typisch Lipperode. Das sind wir. Und das macht uns so stark.“ Eine starke Gemeinschaft eben, in der behinderte und nicht behinderte Menschen miteinander leben – ohne Berührungsängste, ohne Wenn und Aber.

Info

Der Freundes- und Fördererverein unterstützt Menschen mit Behinderungen im Josefshaus Lipperode und im Ort durch materielle und ideelle Hilfen und setzt sich dafür ein, dass behinderte Menschen partnerschaftlich mit Achtung und Akzeptanz begegnet wird. Offen steht der Verein jedermann. Bei Interesse kann sich an den Vorsitzenden Meinolf Kleine gewandt werden, Telefon: 0 52 44/ 7 84 30 oder E-Mail an: meinolf.kleine@web.de

 


23.05.2012
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