Aktuelle Ausgabe
2012-20

Das St.-Marien-Hospital in Lünen setzt in Zukunft auf Patientenbegleiter

Einfach da sein und zuhören

Die beiden Seelsorger Dr. Hermann Opgen-Rhein und Hartmut Gluche sowie Pflegedienstleiterin Heike Plaga und Assistentin Maice Mucha (v. l.) stellten das Projekt vor. Foto: Plamper

Lünen. Ein Krankenhausaufenthalt, geplant oder unverhofft, verursacht oft ein flaues Gefühl im Bauch und die erste Frage, die den Betroffenen häufig durch den Kopf schießt, ist: „Was kommt auf mich zu?“ Eine Frage, die eine Vielzahl von Emotionen beinhaltet, zum Beispiel die Sorge, wer kümmert sich um die Kleinigkeiten im Krankenhaus, die ich nicht selbst erledigen kann, mit wem kann ich über das sprechen, was mich dort bewegt? Fragen, die sich häufig besonders diejenigen stellen, die keine Angehörigen in der Nähe wissen und die Menschen, zu denen sie sonst Kontakt haben, wenig Zeit haben. 

von Elisabeth Plamper 

Dieser meist stillen emotionalen Not schon gleich bei der Ankunft und auch während des gesamten Aufenthaltes im St.-Marien-Hospital zu begegnen, das ist der Pflegedirektion und dem Seelsorgerteam ein besonderes Anliegen. Und so wird derzeit intensiv daran gearbeitet, ein Team von ehrenamtlichen „Patientenbegleitern“ aufzustellen.

„Wir suchen Menschen, die kontaktfreudig aber auch einfühlsam sind, gut zuhören können und natürlich eine positive Einstellung zum Leben und zum Menschen haben.“ Die optimale medizinische Versorgung soll mit individueller Zuwendung einhergehen: „Als Liberos können sie die professionellen Dienste entlasten und gleichzeitig deren Arbeit sinnvoll ergänzen.“ Angestrebt wird der Aufbau einer Gruppe von Ehrenamtlichen, die den Patienten Begegnung und Gespräch anbieten und möglicherweise auch für sie kleine Hilfeleistungen übernehmen, die sich dann aus solchen Kontakten ergeben können.

„Das könnte zum Beispiel das Holen einer Zeitung oder eines Buches vom Kiosk sein, das Aufladen der hauseigenen Telefonkarte oder die Begleitung auf den Wegen durch das Krankenhaus“, erläutert Pflegedirektorin Heike Plaga. „In anderen Häusern heißen solche Gruppen Grüne Damen oder Krankenhaushilfe. Wir haben uns bewusst für die Bezeichnung Patientenbegleiterin bzw. Patientenbegleiter entschieden und damit den Schwerpunkt auf die Beziehungskompetenz der Ehrenamtlichen gelegt.“

Die Einsatzbereiche werden zum einen die Stationen des Krankenhauses sein, mit dem Ziel, dass auf lange Sicht jede Station „ihren“ Ehrenamtlichen beziehungsweise „ihre“ Ehrenamtliche hat, die an einem oder an zwei Vormittagen in der Woche für die dort untergebrachten Patienten da ist. Ein weiterer Einsatzbereich ist die „Zentrale Aufnahme“ des Klinikums Lünen. Dort soll es die Aufgabe der Ehrenamtlichen sein, ankommende Patienten zu begrüßen, ihnen Wege zu zeigen und erste Fragen zu beantworten. Wichtig sei, dass gerade in den ersten Momenten des Ankommens, die Patienten mit ihrer Unsicherheit und eventuell der Furcht vor dem, was auf sie zukommen könne, nicht allein gelassen werden. Heike Plaga: „Vor Beginn ihres Einsatzes bieten wir die Teilnahme an Einführungsmodulen an, die neben organisatorischen, rechtlichen und medizinischen Fragen auch das Führen von Gesprächen und den Umgang mit möglichen Belastungen thematisieren.“ Auch während ihrer Tätigkeit als Patientenbegleiter werden Fortbildungen angeboten. Zudem sollen Gruppentreffen einen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Darüber hinaus sind die Mitarbeiter der Pflegedirektion und der Seelsorge auch persönlich ansprechbar.

Kontakt

St.-Marien-Hospital Lünen GmbH, Dr. Hermann Opgen-Rhein, Seelsorger, Tel: 0 23 06 / 77 21 28 und Heike Plaga, Pflegedirektorin, Tel: 0 23 06 / 77 21 01, www.smh-online.de

 

 


23.05.2012
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