Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Einheitskasse

Die Techniker Krankenkasse geht mit der Innungskasse zusammen, die Kaufmännische Krankenkasse Hannover schließt sich der Betriebskrankenkasse Allianz an, weitere Fusionen sind angekündigt, angesichts des Gesundheitsfonds ab Januar 2009.


Christian Schlichter (44) ist Chefredakteur des DOM

Jetzt sind die Politiker ja endlich da, wo der alte Bismarck das Gesundheitswesen haben wollte: In der staatlichen Vereinheitlichung. Nachdem die Politik bereits kräftig an den Beiträgen und Leistungen herumgeschustert hat, ist nun der große Coup gelungen. Das Stichwort Gesundheitsfonds eröffnet neue Wege der Zentralisierung: Waren bislang schon 95 Prozent der Leistung aller Krankenkassen gleich, fand eine Konkurrenz allein über den Preis statt. Der wird künftig erhöht und über den Gesundheitsfonds vorgeschrieben. Also beginnen die Kassen zu fusionieren. Letztlich ist das die logische Konsequenz: Der Beitrag wird vorgeschrieben, die Leistungen sind reglementiert, für die Leistungserbringer gibt es Budgets, wird der Protest einmal zu stark, wie jetzt beim Krankenhausprotest, wird der Deckel kurzfristig geöffnet.
Alles soll besser werden, verspricht zwar die Politik. Aus Erfahrung bleibt aber eines: Die Leistungen werden weiter verringert, selbst nach der Erhöhung werden die Beiträge nicht reichen, die Bürokratie steigt, Krankenschwestern müssen sich von ihren Kliniken für eine Gehaltsgarantie erpressen lassen oder rutschen in die Tarifklasse zwei.
Schöne neue Gesundheitswelt. Mit Subsidiarität, mit Solidarität, mit Generationsvertrag oder sparsamer Betriebsführung hat das alles nichts zu tun. Künftig mischen der Staat und die Funktionäre den Brei allein um. Danke dafür, Frau Schmidt.


23.05.2012
Impressum | Kontakt
4002