Die Innenrenovierung der Kirche Heilig Kreuz in Detmold ist abgeschlossen
Einmalige Durchlässigkeit geschaffen
Detmold. Die Sonne scheint durch die bunten Fenster und zaubert zahlreiche Lichtakzente auf die hellen Kirchenwände. Doch das ist an diesem Vormittag nicht das einzige Farbspiel, das dem Besucher der Kirche Heilig-Kreuz-Kirche in Detmold ins Auge fällt. So sind es vor allem die Glasabtrennungen und Kirchenportale, die in dem frisch renovierten Gotteshaus einen besonderen Akzent setzen, sehr zur Freude von Gemeindepfarrer Manfred Wacker und Architekt Franz Janssen.
von Ruth Lakenbrink
Es seien vor allem die Grundthemen Farbe und Licht gewesen, die bei der knapp achtmonatigen Kirchenrenovierung eine große Rolle gespielt hätten, erklärt Pfarrer Wacker. Besonders stolz sind er und seine Gemeinde dabei auf die ungewöhnlichen, wenn nicht gar einzigartigen Glaselemente, die den Kirchenraum außerhalb der Besuchszeiten abtrennen, sowie die neuen Kirchenportale, „für die wir haben kämpfen müssen“, so Wacker. Entworfen wurden die Glaselemente von dem Münchner Künstler Thierry Boissel. Dieser kombinierte längliche kleine Glasflächen, die eine unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheit aufweisen mit verschiedenen einfarbigen Elementen. Dabei orientierte sich der Künstler farblich an den bereits bestehenden Glasfenstern, die frisch gereinigt und ausgebessert nun die Kirche zusätzlich zum Leuchten bringen.
Wichtig sei vor allem bei der Abtrennung gewesen, eine „größtmögliche Transparenz“ nach innen und außen zu erreichen, erklärt der Pfarrer. Und so kann der Besucher, selbst bei verschlossenen Glaselementen einen Blick auf den Kirchenraum dahinter werfen. Und ganz nebenbei noch Worte wie Hoffnung, Liebe oder Gebet und Piktogramme wie einen Fisch auf den kleinen Glasflächen entdecken. Denn „wir möchten auch eine christliche Botschaft rüberbringen“, erklärt Wacker.
Und auch die neuen Kirchenportale, die von innen mit Glas, von außen mit Holz versehen wurden, geben nun ein Gefühl von Offenheit und Licht. Überhaupt ist die gesamte Kirche deutlich heller und freundlicher geworden.
Das liegt nicht zuletzt an dem neuen Anstrich, auch der Kirchenbänke, die von den Gemeindemitgliedern in 500 ehrenamtlichen Stunden aufgearbeitet wurden. Und ein neues Lichtkonzept, das nun die Seitenschiffe mit einschließt, erlaubt eine flexible Lichtgestaltung. Die Abtrennung der Sonntagskirche, des großen Kirchenraumes, von der „Werktagskirche“, einem kleinen Teil jenseits des Altars, wirkt nun durch helle Stoffbahnen transparent.
Alles in allem käme nun die Architektur der Kirche deutlich besser zur Geltung, ist sich Pfarrer Wacker sicher. Auch die Rückmeldungen aus der Gemeinde seien durchweg positiv gewesen. „Die Identifikation mit ihrer Kirche ist gewachsen“, so der Seelsorger. Ein Umstand, den Architekt Janssen auch darauf zurückführt, dass während der gesamten Renovierung die Gottesdienste weiter in der Kirche gefeiert wurden. Und der Pfarrgemeinderat legte ein Buch aus, in das jeder Verbesserungsvorschläge und Wünsche eintragen konnte, die, so weit möglich, berücksichtigt wurden. So wundert es nicht, dass die Gemeinde ihren Anteil an den rund 930 000 Euro Renovierungskosten bereits zusammen hat.
Nun wird die Kirche nur noch von außen gestrichen. Und Anfang kommenden Jahres folgt die neue Orgel, die etwa ein halbes Jahr vor Ort aufgebaut und intoniert wird.







