Aktuelle Ausgabe
2012-20

Weihbischof Matthias König zur Firmung und Visitation im Dekanat Unna

Entschiedene junge Christen

Besuch im Dekanatsbüro in Kamen bei Sekretärin Sandra Neumann (vorn): Weihbischof Matthias König, Dechant Norbert Nacke, der stellv. Dechant Hans-Peter Iwan und Dekanatsreferent Edgar Terhorst (v. li.).Foto: Nückel

Kamen. Insgesamt 35 Tage bereist Weihbischof Matthias König das Dekanat Unna zur Firmung und Visitation. 24 Firmfeiern gibt es während dieser Zeit im Dekanat. 

von Matthias Nückel

„Das Faszinierendste ist für mich bei solchen Besuchen immer wieder die Begegnung mit den Menschen“, berichtet Weihbischof König bei einer Pressekonferenz im Dekanatsbüro in Kamen. Es gebe „unheimlich viel Leben“ in den Gemeinden. Die Kirche sei kein „absterbender Verein“, widerspricht der Weihbischof so mancher öffentlichen Darstellung.

Allerdings ist die katholische Kirche – auch im Dekanat Unna – im Wandel. Die demografischen Veränderungen gehen an der Kirche nicht vorbei. „Im Ruhrgebiet gibt es eine starke Abwanderung. Das betrifft auch die Kirchengemeinden“, so der Weihbischof.

Wenn Kirchen, wie im Bistum Essen, geschlossen würden, stammten diese meist aus den 50er-Jahren, sagt Dechant Norbert Nacke. „Das Problem ist, dass die Menschen, die an der Kirche mitgebaut haben, noch leben“, meint Nacke. Dann seien viele Emotionen im Spiel. „Wir haben bei uns keinen Plan, Kirchen systematisch zu schließen“, stellt Weihbischof König klar. Wenn es aber ein Gotteshaus nicht mehr so gäbe, wie es war, dann sei dies ein Zeichen der Veränderung.

Die Veränderung hat nach Auffassung des Weihbischofs und des Dechanten durchaus positive Aspekte – auch bei der Firmung. „Wir haben hier keine Sonntagschristen“, betont Nacke. „Die Menschen kommen, weil sie sich entschieden haben.“ Dies sei eine positive Entwicklung. Die Christen, die zur Firmung kämen – darunter auch ältere –, hätten eine bewusste Entscheidung getroffen, berichtet auch König. „Die jungen Menschen kommen nicht, weil sie geschickt wurden oder weil es das berühmte Scheinchen von der Oma gibt. Sie haben sich für das Sakrament entschieden“, fügt der Dechant hinzu.

„Die Firmung wird jedes Jahr interessanter. Denn die Jugendlichen werden interessierter“, fasst Nacke die Entwicklung zusammen. Die Zahl derer, die sich für die Firmung entscheidet, ist im Dekanat sehr unterschiedlich. „Im Bereich Holzwickede/Massen sind es dieses Jahr 59 Prozent. Das ist ziemlich gut“, stellt der Dechant fest. In Opherdicke seien es dagegen nur 37 Prozent der jungen Katholiken.

Für Jugendliche seien gemeinschaftbildende Elemente wichtig, wie etwa gemeinsame Wochenenden oder Taizé-Fahrten, meint der Weihbischof. Vor allem komme es darauf an, dass in den jungen Menschen etwas geweckt wird, damit sie ihren eigenen Glauben weitergeben.

Diese Weitergabe des Glaubens ist ein zentraler Punkt der „Perspektive 2014“ des Erzbistums. Dabei sind alle Getauften gefragt. „Wir können die Pastoral der Berufung nicht nur an Hauptamtliche delegieren“, betont Weihbischof König. Er findet es „toll, dass so viele sich aus ihrem Glauben heraus engagieren“.

Wichtig ist dem Weihbischof bei der Visitation das Gespräch sowohl mit Haupt- als auch Ehrenamtlichen. Dabei möchte er nach seinen Worten erfahren, wie sie die Herausforderungen der Zeit erleben. Die Begegnungen mit den Menschen geben dem Weihbischof viel, wie er sagt: „Ich fahre immer wieder als Beschenkter zurück nach Paderborn.“


23.05.2012
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