Aktuelle Ausgabe
2012-20

Das Ehrenamt macht Krankenhausbücherei im Lünener St.-Marien-Hospital möglich

Entspannen auf der Leseinsel

Lünen. Ehrenamtliche Helfer sind heute gefragter denn je. Sie springen immer häufiger ein, wenn es darum geht, Mitmenschen eine Freude zubereiten, ihnen mit kleinen Hilfsdiensten ihr Leben zu erleichtern oder gestalten zu helfen. Sie sind Zuhörer aber auch Akteure, die die Ärmel hochzukrempeln, wenn es darum geht, Bewährtes  zu erhalten, wie beispielsweise die Krankenhausbücherei im St.-Marien-Hospital in Lünen. 

von Elisabeth Plamper 

„Die Bücherei ist eine Insel im Krankenhausalltag“, sagt Dr. Hermann Opgen-Rhein, Seelsorger an dem Klinikum. „Und das nicht nur für unsere Patienten, sondern auch für die Mitarbeiter.“ Vor drei Jahren stand die Bücherei des Krankenhauses mit dem Ausscheiden der hauptamtlichen Kraft vor dem Aus. Eine Protestwelle seitens der Mitarbeiter und Patienten ließ die Verantwortlichen nach einer adäquaten Alternative suchen.

Klein, aber fein präsentiert sich nun die „Einraum-Bibliothek“ im Erdgeschoss unweit der Kapelle.

In offenen Wandregalen aus hellem Holz stehen die Bücher sorgfältig und übersichtlich sortiert. In der Mitte des Raumes lädt ein kleiner Konferenztisch zum Lesen und Verweilen ein. Die derzeit neun Ehrenamtlichen schwören auf die Ausleihe nach alt bewährter Methode. Ausgeliehen und zurückgebracht werden können die Bücher vor Ort, „aber wir gehen auch auf die Stationen“, erklärt Margarete Siwek. Der zweistöckige „mobile Bücherwagen“, mit dem sie diese besucht, ist gut bestückt. „Das ist eine kleine Auswahl quer durch unser Angebot.“ Und das erstreckt sich über Romane und Reiseberichte bis hin zu Kochbüchern – auch in Hörbuchform. Es muss sich aber nicht jeder zwingend ein Buch ausleihen. „Wenn ich durch das Angebot und das Gespräch ein Lachen auf das Gesicht eines Patienten zaubern kann, dann ist auch schon viel erreicht.“

Die Bücher können entweder bei einem ihrer nächsten Rundgänge oder am Entlassungstag auf der Station beziehungsweise in der Bücherei abgegeben werden. Insgesamt stehen rund 1600 Bücher und CDs zur Verfügung. „Wir sind bestrebt, immer auf den neuesten Stand zu sein“, erklärt Carola Niklas. Bevorzugt werden Titel aus der aktuellen Bestsellerliste in den Bestand aufgenommen. „Die Neuanschaffungen stellen wir dann in einer Vitrine am Kiosk in der Eingangshalle vor.“ Krimis seien im Moment die Favoriten bei den Lesern.

Jeweils im Herbst werden ältere und nicht mehr so gefragte Titel auf dem eigenen Flohmarkt im Foyer der Klinik für „kleines Geld“ angeboten. „Der Erlös kommt der Bibliothek wieder zu Gute“, erklärt die Lünerin, die sich insbesondere um den administrativen Bereich kümmert. Demnächst beginnt sie eine Ausbildung zur Kirchlichen Büchereisassistenten (KiBüss) beim Borromäusverein.

Die Bibliothek ist aber nicht nur ein Ort, wo Bücher und CDs ausgeliehen werden können, sondern inzwischen auch ein Treffpunkt geworden, einfach auch mal nur mit einander zu reden und sich auszutauschen, wissen die Ehrenamtlichen. Für die Zukunft wünschen sie noch tatkräftige Mitstreiter mit Interesse für Literatur, einem Fable für Bücher und dem Wunsch, sich aktiv im Team für die Sache und die Menschen  im Hospital einzusetzen.

Geöffnet ist die „Leseinsel“ Montags bis Freitags zwischen 9.30 und 12 Uhr.

Info

Die Fortbildung zum Kirchlichen Büchereiassistenten (KiBüAss-Kurs) wird seit 1965 angeboten und wurde 2007 neu überarbeitet. Der KiBüAss-Kurs bietet eine umfassende Ausbildung für alle Bereiche der Büchereiarbeit. Büchereiorganisation, Bestandsaufbau und Öffentlichkeitsarbeit sowie Besonderheiten der kirchlichen Büchereiarbeit werden thematisiert. Auch die Arbeit im Team steht auf dem Lehrplan. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen literarischen Kategorien und Nichtbuchmedien angesprochen. Der Kurs schließt mit einem Zertifikat ab. Infos: www.borro.de

 


23.05.2012
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