Neuer Bestattungshain in Hamm
Ewige Ruhe unter Eichen
Hamm. In einem zarten Goldton schimmern die beiden schräg aufeinander zulaufenden Torflügel in der Morgensonne. Dazwischen ragt ein großer Findling mit der Inschrift: „Im Tode sind alle gleich“ auf. Hinter ihm liegt der kleine Eichenhain, umschlossen von einer niedrigen Eibenhecke. In den Boden eingelassene Trittplatten entlang der Hecke erlauben einen Rundgang. Nach zweijähriger Planungs- und Bauphase wird in Hamm nun der neue, gemeinschaftliche Bestattungshain mit seiner Gedenkstätte auf dem Friedhof an der Birkenallee offiziell eingeweiht.
von Elisabeth Plamper
„Unter jeder der 41 Eichen sind zwölf Urnengräber vorgesehen“, erläutert Landschaftsarchitekt Markus Klüppel. Bei sogenannten Baumgrabstätten werde die Totenasche in leicht zersetzbaren Urnen im Wurzelbereich der Eichen beigesetzt. Der Ort dieser Wahlgrabstätten – also unter welchem Baum – kann zu Lebezeiten selbst oder nach dem Tod von den Angehörigen bestimmt werden. Das Nutzungsrecht gilt für 30 oder auf Wunsch des Käufers auch für bis zu 50 Jahre.
„Wer pflegt mein Grab?“ Eine Frage, die sich die ältere Generation immer öfter stelle, wenn beispielsweise die Kinder aus beruflichen oder familiären Gründen nicht mehr in der Nähe wohnen und ein Grabpflegedienst nicht infrage kommt. Dem soll der Bestattungshain in Hamm nun Abhilfe leisten: „Das Besondere an dieser Bestattungsform ist, dass das Bedürfnis nach einer pflegefreien Grabstätte respektiert wird, aber trotzdem der Ort des Grabes nicht anonym ist“, so Klüppel. Auf Wunsch erinnern Namenstafeln an den Torflügeln an die Verstorbenen. „Die zehn mal zehn Zentimeter großen Messingschilder bleiben auch nach Ablauf des Nutzungsrechtes erhalten“, betont der Mitarbeiter der Stadt Hamm. Und nicht nur das: „Die Grabstätte an sich bleibt naturbelassen. Die notwendige Grundpflege übernimmt die Friedhofsverwaltung.“
Die hohen Eichen werfen inzwischen ihren Schatten auf das vier Meter hohe Tormonument. Die künstlerische Gestaltung lag in den Händen des Benediktinerpaters Abraham Fischer OSB von der Abtei Königsmünster in Meschede, der seit 15 Jahren in der Grabmalkunst tätig ist. Die Holzwände der im Boden verankerten Tore sind mit Messing beschlagen. Im linken Torflügel ist ein gut zwei Meter hohes Titankreuz mit bläulichen Farbstrukturen integriert. „Es soll den offenen Himmel und die Auferstehung symbolisieren“, beschreibt Klüppel. „Deshalb haben wir auch bewusst ein Kreuz ohne Korpus gewählt. An der Gedenkstätte dürfen auch Kerzen und Blumen aufgestellt werden. „Der Bestattungshain bietet eine neue Form von Urnenwahlgrabstätten, die auf einfühlsame Weise die Bedürfnisse der Verstorbenen und Hinterbliebenen in der heutigen Zeit berücksichtigt“, fasst Markus Klüppel zusammen.
Die öffentliche Einweihung der neu eingerichteten Gedenkstätte auf dem Friedhof an der Birkenallee findet am Freitag, 17. April, um 15 Uhr statt. Dazu werden der Benediktinerpater Abraham Fischer OSB, Pfarrer Kasimir Dabrowski von der St.-Bonifatius-Gemeinde, Werries, Pfarrer Ralf Gumprich von der evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis in Braam-Ostwennemar sowie Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann erwartet.







