Kommentar
Fingerspitzengefühl
Während ihres Urlaubsaufenthaltes in Spanien wurde der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ihr Dienstwagen gestohlen. Die Nutzung des Wagens mit Chauffeur sei wegen der Wahrnehmung dienstlicher Termine rechtens gewesen, rechtfertigt sich die Politikerin.
Gerd Vieler (52) ist Chef vom Dienst des DOM
„Dumm gelaufen“ lässt sich da eigentlich nur sagen. Alles wäre so schön ohne Aufsehen über die Bühne gegangen, hätten da nicht zufällig böse Autodiebe ihre Finger im Spiel gehabt und die ministeriale Dienstlimusine entwendet. Die Frage ist daher auch nicht, ob die Nutzung des Wagens durch die Ministerin im Urlaub rechtens war oder nicht, sondern welche Einstellung hinter diesem sich scheibchenweise immer dubioseren Sachverhalt verbirgt.
In Zeiten, in denen die Worte „Sparen“ und „Opfer bringen“ in allen Wahlkampfreden zu hören ist, lässt ein solches Verhalten notwendiges Fingerspitzengefühl vermissen. Dabei ist auch nicht die absolute Höhe der entstandenen Kosten von Bedeutung. Ein paar Tausend Euro machen den Kohl auch nicht fett. Das ganze riecht einfach nach Selbstbedienung, Schummelei und Vertuschung. Da ist nicht nur die fadenscheinig anmutende Erklärung der dienstlichen Termine, zu denen der Dienstwagen benutzt wurde, sondern auch die Tatsache, dass der Fahrer gleich seinen Sohn noch mit auf die Dienstfahrt nehmen konnte. Dazu noch die Umstände des Diebstahls, die nach und nach bekannt wurden und alles andere als dienstliche Veranlassung vermuten lassen.







