Jugendliche aus Menden pilgerten auf dem Jakobsweg nach Köln
Firmvorbereitung einmal anders
Menden. „Wir sind Pilger!“, so antworteten die Jugendlichen auf die Frage von erstaunten Passanten, die sich nach der Wandergruppe und deren Ziel erkundigten. „Wir wollen auf Jakobuswegen nach Köln“, lautete die Erklärung.
In der Tat: 26 Jugendliche und vier Erwachsene des Pastoralverbundes Menden-Nord begaben sich auf eine besondere Reise: sie pilgerten auf Jakobuswegen zwar nicht bis zum Grab des heiligen Jakobus im spanischen Santiago de Compostela, aber immerhin 125 km zu Fuß bis zum Dreikönigsschrein nach Köln. Anlass dieses Pilgerweges war die Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung im kommenden Jahr durch Weihbischof Hubert Berenbrinker.
Im Zeichen der Jakobsmuschel machten sich die Jugendlichen und Erwachsenen auf die Suche nach Spuren Gottes in ihrem Leben. Mit vielen Fragen an sich, an ihr Leben, an ihren Glauben und an Gott im Gepäck, mit Spaß und Freude am Abenteuer und auf der Suche nach Antworten ließen sich die Jugendlichen auf den Weg ein.
Der Pilgerweg begann mit dem Aufbruch von der Haustür, so wie schon die Pilger des Mittelalters ihre Reise begonnen haben. In aller Frühe erhielt die Gruppe den Reisesegen in der Kirche und verabschiedete sich für eine Woche von Freunden und Eltern. In Attendorn, Meinerzhagen, Lindlar und Altenberg lernten die Jugendlichen Menschen kennen, die Zeugnis gaben von ihrem Glauben und offen über persönliche Fragen, Zweifel und Schicksalsschläge erzählten. Sie machten den jungen Menschen Mut, sich auf Gott einzulassen und nach Spuren Gottes in ihrem Leben zu suchen.
Ob es der junge Vater und Ehemann in Meinerzhagen war, der Herbergsvater in Lindlar oder die französische Schwester in Köln – sie alle beeindruckten durch ihre aufrichtigen Lebens- und Glaubenzeugnisse.
Dass Pilgern „Beten mit den Füßen“ ist und eine harte und anstrengende Sache, erfuhren alle am eigenen Leib. Bei Regen, Hagel, Kälte, aber auch Sonnenschein, bei Fußmärschen bis zu 30 km täglich kamen alle an ihre Grenzen. Mit Blasen an den Füßen und schmerzenden Beinen war es am Abend ein Genuss, die Wanderschuhe auszuziehen und unter der Dusche Erholung zu finden. Jeder war erstaunt, dass am nächsten Morgen pünktlich um 8.00 Uhr alle wieder zum Frühstück erschienen und kurze Zeit später sich erneut auf den Weg machen konnten.
Dass schließlich alle das Ziel ihrer Reise in Köln erreichten, war sicherlich auch dem guten Geist Gottes zu verdanken, der die Gruppe die ganze Woche begleitete und sich bemerkbar machte im Gespräch, im Miteinander, im Gebet und im Schweigen.
Ein Jugendgottesdienst in der Kölner Jugendkirche Crux war ein Höhepunkt der Pilgerfahrt. Im Kölner Dom erreichten die Pilger ihr Ziel. Hier durften sie den Dreikönigsschrein unterschreiten und sich schließlich den letzten Pilgerstempel für ihr Pilgerheft abholen. „Vielleicht geht in den nächsten Jahren eine Gruppe die Etappe von Köln bis Trier des Pilgerweges nach Santiago de Compostela“, sagte ein erwachsener Mitpilger. Alle Teilnehmer waren sich einig: es war eine tolle Woche und sicherlich ein guter Weg, den Glauben an Gott erfahrbar zu machen.







