Die kfd Westönnen feierte 100-jähriges Jubiläum mit großem Festgottesdienst und buntem Programm
Frauen bauen Brücken der Liebe
Westönnen. „Lasset uns nach dem Vorbild Jesu und mit der Hilfe Marias Brücken der Liebe bauen“, so lautete das Leitwort des Festhochamtes der kfd Westönnen zum 100-jährigen Bestehen in der Pfarrkirche St. Cäcilia zu Westönnen. Der anschließenden Festakt fand in der Schützenhalle statt.
von Elisabeth Plamper
„Was wäre das Gemeindeleben ohne die katholische Frauengemeinschaft St. Cäcilia.“ Dieses Kompliment hatte Propst Michael Feldmann im Pfarrbrief vor der großen Jubiläumsveranstaltung den Damen gemacht. Charmant konterte die erste Sprecherin des Leitungsteams, Regina Müller, in ihrer Rede zum Festauftakt in der Schützenhalle: „Eine Männerwirtschaft“.
Diözesanpräses Roland Schmitz stellte in seinen Ausführungen die Glaubensgemeinschaft in den Mittelpunkt und nahm das Leitwort des Festhochamtes auf, Mut zu haben aufeinander zuzugehen, sich zu begegnen und die Hand zu reichen. „Machen Sie so weiter, wie Sie es in den vielen Jahren der Geschichte der Gemeinschaft getan haben. Dann ist mir um die dörfliche Struktur und dem Zusammenhalt der dörflichen Gesellschaft nicht bange“, appellierte Bürgermeister Michael Grossmann der unter anderem mit den vier Ortsvorstehern des Kirchspiels zu den Festrednern zählte. Den Auftakt des bunten Unterhaltungsprogramms bestritt die Kabarettistin und Autorin Kathrin Heinrichs. Zu einer Reise durch die 100-jährige Geschichte der kfd Westönnen luden im Anschluss ein Theaterstück sowie tänzerische und gesangliche Darbietungen ein.
Die von zwei Weltkriegen geprägte Ära der kfd Westönnen ist zudem in einer mit viel Liebe zum Detail erstellten Festschrift nachzulesen. Im August 1910 wurde die Frauengemeinschaft damals noch als „Mütterverein“ von engagierten Westönnerinnen aus der Taufe gehoben. „Ein frommer Lebenswandel und Werke der Barmherzigkeit“ wurde unter anderem als Vorgabe in den Statuten festgeschrieben. In monatlichen Treffen koordinierten und besprachen die Mitglieder aus dem Kirchspiel Westönnen, Mawicke, Niederbergstraße und Oberbergstraße ihre Arbeit und sammelten in einer Kollekte Geld „zur Unterstützung von Kranken und Armen und verlassenen Kindern“. Im „Mütterverein“ zu sein war für die Frauen von damals eine Selbstverständlichkeit, heißt es in der Überlieferung.
Zur Zeit des Nationalsozialismus fanden die Aktivitäten eher im „Verborgenen“ statt, doch die Frauen zeigten auch Flagge und nahmen weiterhin an Prozessionen teil, so wie beispielsweise Fronleichnam 1938. Nach dem zweiten Weltkrieg suchten viele vertriebene Frauen und Witwen Unterstützung in der Gemeinschaft. Rund 500 Mitglieder zählte der Mütterverein zu Beginn der 1950er-Jahre. Die Ernennung von Bezirksfrauen ermöglichte zudem die Kommunikation der Mitglieder untereinander besonders zu pflegen. Zu dem sozialen Engagement kamen in den 1960er-Jahren auch unterhaltende Aspekte. So ist die Karnevalsveranstaltung mit humoristischen Darbietungen zur Tradition geworden. Die gesellschaftlichen Veränderungen erforderten auch eine Anpassung der formalen Struktur des Frauenvereins, die sich in der neuen Namensänderung von 1968 wiederspiegelt. Aus der „Katholischen Frauen- und Müttergemeinschaft“ wurde die „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“.
Heute ist die kfd Kontakt- und Anlaufstelle für viele Frauen in verschiedenen Lebenslagen. Außerdem gehören die Krankenbesuche zur ständigen Aufgabe des Leitungsteams und Mitglieder bewirten die Behinderten des Perthes-Werkes auf ihrer Weihnachtsfeier. „Die Freude in den Gesichtern der Menschen mit Behinderung zu sehen, das ist für uns der schönste Dank“, sagt Renate Kerkhoff, Schriftführerin bei der kfd. Für die Familien richtet die kfd außerdem einmal im Jahr den „Kinderklamottenmarkt“ aus. Den größten Wunsch für das nächste Jahrhundert formulierte Regina Müller so: „Wir hoffen, dass zukünftig auch wieder junge Frauen zu uns finden und uns bei der Arbeit unterstützen und in der nächsten Generation weiterführen.“







