Aktuelle Ausgabe
2012-20

Missionsschwestern aus Wickede fahren zur Seligsprechung Mutter Josefas

Freude über Anerkennung

Schwester Hildegard Ossege vor einem Porträt Mutter Josefas. Sie wird am 29. Juni in den Niederlanden seliggesprochen. Foto: Plamper

Wickede. „Das ist ein ganz besonderes Ereignis für uns“, sagt Schwester Hildegard. Mit rund 40 weiteren Schwestern sowie Mitgliedern der St.-Antonius-Gemeinde wird die Oberin des Heilig-Geist-Klosters bei Wickede in die Niederlande reisen. Dort wird am Sonntag, 29. Juni, Mutter Josefa, die Mitgründerin der Steyler Missionsschwestern, seliggesprochen.

Mutter Josefa sei eine der Säulen ihrer Gemeinschaft, erklärt Schwester Hildegard. „Sie hat die Steyler Missionsschwestern 1889 mitgegründet und aufs Tiefste geprägt“, weiß sie zu berichten. In ihrem ganzen Sein sei Hendrina Stenmanns, wie die 1903 verstorbene Mutter Josefa mit weltlichem Namen hieß, ein großes Vorbild gewesen.
Ihre Einfühlsamkeit und große Geduld würden Schwester Hildegard bei der Ausübung ihres eigenen Amtes helfen. Denn das Heilig-Geist-Kloster in Wimbern bei Wickede ist in erster Linie ein Heim für kranke und ältere Schwestern des Ordens. „Deshalb denke ich zurzeit oft an Mutter Josefa“, sagt Schwester Hildegard. Auch ihre Ordensgründerin habe sehr viel mit Kranken zu tun gehabt.
Nun wird Mutter Josefa von der katholischen Kirche seliggesprochen. Erfahren hätten die Steyler Missionsschwestern dies Ende Mai 2007. Seitdem liefen die Vorbereitungen, so die Oberin. Der Orden hätte sich für einen Zeitpunkt im Sommer ausgesprochen, weil er dort mit bestem Wetter rechne. Und schließlich solle die Seligsprechung doch unter freiem Himmel stattfinden: Auf der Freilichtbühne im niederländischen Doolhof bei Tegelen, wo sonst Passionsspiele dargeboten werden.
Am Sonntag, 29. Juni, erwartet Schwester Hildegard dann Mitschwestern aus aller Welt zu treffen. „Die Veranstaltung wird großes internationales Flair haben“, ist sie sich sicher. Neben den Landesbeiträgen im Gottesdienst freut sie sich ganz besonders darauf, mit den Missionsschwestern aus anderen Ländern zusammenzukommen und sich auszutauschen. Schwester Hildegard selbst kommt in Begleitung von 40 Schwestern ihres Klosters.
Da viele schon recht alt oder krank seien, könnten natürlich nicht alle hundert Nonnen mitreisen. „Aber wer kann, der kommt auch mit“, freut sich die Oberin. Begleitet werden die Missionsschwestern des Heilig-Geist-Klosters von 35 Laien, aus der Heilig-Geist-Gemeinschaft sowie rund 50 Mitgliedern der Wickeder St.-Antonius-Gemeinde.
Um 6.30 Uhr soll es dann mit zwei Bussen und einigen Pkws losgehen. Die eigentliche Seligsprechung werde dann um halb elf gefeiert. Hauptzele­brant des Gottesdienstes im Doolhof bei Tegelen ist der Roer­monder Bischof Frans Wiert, als Delegat des Papstes wird José Kardinal Saraiva Martins teilnehmen.
„Nach der Feier besuchen wir dann noch das Klosterdorf bei Steyl und den Sarkophag von Mutter Josepha“, schildert Schwester Hildegard den weiteren Tagesablauf. Am frühen Abend werde die Gruppe dann wieder zurückfahren. Doch für die Wickeder Missionsschwestern gehe es schon am nächsten Tag weiter: Dann findet in Issum eine weitere Dankesfeier statt, an der sie unbedingt teilnehmen möchten.
Denn, so die Oberin des Heilig-Geist-Klosters: „Es ist wirklich schön, dass unsere Gründerin weltweit anerkannt wird.“ Besonders für die vielen Schwestern, die im Ausland tätig seien, stelle dies eine ganz besondere Freude da.
Birger Berbüsse


23.05.2012
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