Aktuelle Ausgabe
2012-20

Renovierung des ehemaligen Franziskanerklosters in Bielefeld abgeschlossen

Für die Zukunft erschlossen

Blick in den neu gestalteten Pfarrsaal, den Pfarrer Josef Holtkotte besonders gelungen findet. Fotos: Lakenbrink

Bielefeld. Knapp ein Jahr, in dem improvisiert, organisiert, angepackt und umgeplant werden musste, ist schon fast vergessen, denn: das Ergebnis überzeugt. In neuem Glanz, der Modernes mit alten Klostertraditionen und historischen Materialien verknüpft, erstrahlt nun der zur St.-Jodokus-Gemeinde gehörende Teil des ehemaligen Franziskanerklosters in Bielefeld. Davon können sich alle Interessierten an diesem Sonntag, 23. August, bei einem Tag der offenen Tür überzeugen.

von Ruth Lakenbrink

„Ein historisches Gebäude wurde für die Zukunft erschlossen“, fasst Pfarrer Josef Holtkotte die Renovierung zusammen. Und drückt damit bereits eine Besonderheit aus. Denn bei dem Umbau kamen immer neue Details zutage. Zu oft war das Kloster nach dem Weggang der Franziskaner 1829 bereits umgebaut worden. Durchbrüche, Aufgänge, ein Kamin und eine komplett andere Raumaufteilung stellten die hinzugezogenen Bauforscher vor so manches Rätsel (der DOM berichtete).
Und nicht jedes konnte am Ende gelöst werden, so ist die ursprüngliche Nutzung und Aufteilung mancher Räume noch immer ungeklärt. „Es ist auch nicht klar, wo der Haupteingang des Klosters war“, berichtet Holtkotte.
Das liegt vor allem an den insgesamt drei freigelegten Türöffnungen in dem von der Gemeinde als Saal genutzten Raum im Erdgeschoss. Als wahrer Glücksgriff stellte sich allein dieser historische Fund heraus, denn die Planung sah ohnehin eine Öffnung des Saals zu Kreuzgang und Kirche hin vor. Nun wurden diese „natürlichen“ Öffnungen mit Glas versehen. In einem zweiten Schritt wird nun der Düsseldorfer Künstler Thomas Jessen das Glas noch künstlerisch gestalten.
„Den Bauforschern ging es um die Dokumentation des Zustandes“, erklärt der Pfarrer. Demnach hätten die alten Versatzstücke auch nicht erhalten werden müssen. Doch die Gemeinde hat sich bewusst dafür entschieden und macht so das Gebäude selbst zu einer Art erlebbarem Ausstellungsobjekt, in dem man hin und wieder ein Stück Baugeschichte hinter Glas begutachten kann wie etwa die verschiedenen, im Laufe der Jahrhunderte aufgebrachten Putzschichten. Und damit der Betrachter das Gesehene auch versteht, sollen noch Infotafeln angebracht werden.
Doch das wird wohl nicht mehr bis zum Tag der offenen Tür, der am 23. August um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst samt Segnung des Klosters beginnt, klappen. Aber davon einmal abgesehen, können sich die Besucher an diesem Tag zwischen 11 und 18 Uhr all die anderen Neuerungen anschauen. Der Bauausschuss und das Architektenbüro Kegel bieten auch Führungen durch das Gebäude an.
Dabei werden der neue Durchgang vom Kirchplatz ins Kloster, das nun ebenerdige Treppenhaus samt Fahrstuhl, der teilbare Pfarrsaal, der demnächst wohl „Klostersaal“ heißen wird, sowie die neuen Räume im Obergeschoss gezeigt. Im Obergeschoss sind ein „Franziskusraum“, der als weiterer Versammlungsraum gedacht ist, sowie ein Kinder- und Jugendraum und das Büro der Gemeindereferentin Schwester Judith Maria hinzugekommen. Die neuen Mieter, das Dekanatsbüro, die Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung und die Katholische Hochschulgemeinde haben sich schon in den Räumlichkeiten eingerichtet.
Bis 2011, wenn sich die Kirchweihe von St. Jodokus zum 500. Mal jährt, soll auch die an das Kloster angrenzende Kirche in neuem Glanz erstrahlen. Doch eins nach dem anderen.


23.05.2012
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