Erzbischof Becker weiht drei Priester für das Erzbistum Paderborn
„Geist-liche“ durch die Gabe des Geistes

- Durch Handauflegung und Gebet spendet Erzbischof Hans-Josef Becker das Sakrament der Priesterweihe. Hier legt er Markus Püttmann die Hände auf. Im Vordergrund Carsten Adolfs und Jörg Heinemann.
Paderborn (pdp). Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am Samstag vor Pfingsten drei Männern im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Durch das Weihesakrament mit Handauflegung und Gebet des Erzbischofs werden die Männer in die Gemeinschaft der Priester im Erzbistum Paderborn aufgenommen. Familienmitglieder der Weihekandidaten sowie zahlreiche Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden nahmen an der festlichen Weiheliturgie am Vigiltag von Pfingsten teil.
Die Christen aufgetragene Gottesverkündigung richte sich gegen ein Gottesverständnis, in dem Gott nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen zurechtgeträumt werde und gegen eine Weltanschauung, in der die Wirklichkeit nicht in ihrer ganzen Abgründigkeit und Dunkelheit wahrgenommen werde, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt. Ein reifer Glaube werde diese Abgründe nicht wegschminken, ihnen vielmehr standhalten.
Was den priesterlichen Dienst konstituiere, sei nicht das Produkt des eigenen Wissens und der eigenen Leistung, so Becker. Ein Mensch mache sich nicht durch Gedanken oder sittliche Leistung selbst zum Christen und zum Priester. Er werde es immer durch eine Gabe, die ihm durch Christus zukomme, durch die Gabe des Geistes. „Dadurch sind wir ‚Geist-liche’ und nicht Funktionäre. Wir sind weder Funktionäre, die ein System aufrechterhalten müssen, noch sind wir Macher, ohne die Gott hilflos wäre. Unser aller Seelsorger, Lehrer und Hirt ist Gott selbst.“ Seelsorge lebe von Menschen, denen die „Leidenschaft für Gott“ über alles gehe.
Das „Sakrament der Priesterweihe“ werde heute gefeiert und nicht irgendeine „Beauftragung“, konkretisierte Erzbischof Becker. Für die drei Weihekandidaten bedeute dies: „Ich empfange, was ich mir selbst nicht besorgen kann. Ich tue, was nicht aus mir kommt. Ich bin Träger des Geistes, den Gott mir schenkt.“ Die Feier der Priesterweihe feiere keine Menschen, sie feiere nur das Priestertum Christi und die Kirche.
Zu Beginn der Weiheliturgie legten die drei Weihekandidaten vor Erzbischof Becker ihr Weiheversprechen ab. Von ihren Heimatpfarrern bekamen die Neupriester ihre priesterlichen Gewänder: Stola und Messgewand angelegt.
Info
Das Sakrament der Priesterweihe empfingen:
Carsten Adolfs aus der Kirchengemeinde St. Petrus und Andreas in Brilon. Er wurde 1976 in Brilon geboren, machte von 1992 bis 1996 eine Ausbildung zum Energieelektroniker. Carsten Adolfs studierte Theologie im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen.
Jörg Heinemann aus der Heilig-Geist-Gemeinde in Hagen. Er wurde 1981 in Konstanz geboren. Jörg Heinemann studierte von 2001 bis 2003 an der Technischen Universität München Molekulare Biotechnologie und ab 2003 in München, Paderborn und Jerusalem Theologie.
Markus Püttmann aus der Pfarrgemeinde St. Martinus in Olpe. Er wurde 1972 geboren. Zunächst machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. 2003 bis 2008 absolvierte er eine praxisbegleitende Priesterausbildung und das Studium der Theologie und Religionspädagogik in Münster. Während des Studiums war Markus Püttmann zudem ein Jahr als Religionslehrer an einer Gesamtschule und als pädagogischer Mitarbeiter an einer Grundschule tätig.






