Gruppe aus Wellinghofer Kirchengemeinden besuchte Christen in Ägypten
Gelassenheit zwischen Religionen
Dortmund-Wellinghofen. Ohne Einschränkungen konnte jetzt eine ökumenische Reisegruppe aus Wellinghofen 14 Tage lang Ägypten erkunden. Trotz mancher Sorgen wegen der politischen Auseinandersetzungen am Nil blieb es beim geplanten Programm. Neben den zahlreichen Highlights aus der Pharaonen-Zeit galt das besondere Interesse auch der Begegnung mit Christen in dem heute islamisch geprägten Land.
Als die 26 Reisenden aus den beiden Kirchengemeinden in Dortmund-Wellinghofen nach Kairo aufbrachen, da war noch nicht klar, ob die Begegnung insbesondere mit den Kopten überhaupt würde stattfinden können. Die Reiseleiter Ursula Höchstetter und Pfarrer Walter Adams waren aber zuversichtlich. Und der exzellente ägyptische Führer Amgad Amin, selbst koptischer Christ, sah trotz der blutigen Auseinandersetzungen wenige Wochen zuvor keine Probleme für den Besuch des koptischen Viertels in Kairo.
Schon gleich nach der Ankunft kam es zu einem Gespräch mit Monsignore Schroedel, dem Beauftragten der Katholischen Bischofskonferenz für die deutschsprachigen Katholiken in Ägypten, Syrien, Jordanien und Addis Abeba. Dabei machte er deutlich, dass in Ägypten das Verhältnis von Muslimen (90 Prozent der Bevölkerung) und Christen eher von Gelassenheit und Toleranz geprägt sei. Hitzige Konflikte bilden nach seiner Erfahrung die Ausnahme.
Schroedel betreut auch das Müllkinder-Projekt vor den Toren der Hauptstadt. Dort hat die deutsche Ordensschwester Maria Grabis ein soziales Zentrum für Familien geschaffen, die auf und vom Müll leben. Dessen Mittelpunkt ist heute eine vom Staat anerkannte Schule mit rund 450 Schülerinnen und Schülern in elf Klassen. Die Reisegruppe konnte diese Schule, die mit großem Erfolg die meisten Schülerinnen und Schüler zu Schulabschlüssen führt, besuchen, mit deren Lehrern diskutieren und Spenden aus den Heimatgemeinden übergeben. Zum Projekt gehört auch ein Gesundheitscamp am Roten Meer, in dem sich „Müllmenschen“ kostenlos einige Tage erholen können.
Die Begegnung mit der ältesten christlichen Kultur fand unter anderem mit dem Besuch des Koptischen Viertels von Kairo statt. Natürlich interessierte sich die Reisegruppe auch für die gigantischen Zeugen der Jahrtausende alten Pharaonen-Kultur.
Eine lange Busfahrt führte über Suez in den asiatischen Teil Ägyptens auf die Sinai-Halbinsel. Höhepunkte des Aufenthalts in dieser einzigartigen Gebirgskulisse waren der Aufstieg auf den Moses-Berg vor Sonnenaufgang und der Besuch des Katharinenklosters mit dem Dornenbusch.







