Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Geld kann es nicht richten

von Andreas Wiedenhaus 

Die Ausgaben waren immens, geholfen haben die Milliarden jedoch nur wenig: Nachdem das Elterngeld in der Vergangenheit immer wieder Kritik speziell vonseiten der Opposition ausgesetzt war, hat jetzt ein Mitglied der CSU den Nutzen dieser Förderung in Zweifel gezogen: Nach Meinung des Parlamentarischen Geschäftsführers der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, habe die Leistung jungen Familien kaum geholfen, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Müller sagte in einem Zeitungsinterview, das Elterngeld müsse 2013 „kritisch überprüft“ werden.

Seitdem klar ist, dass in Deutschland zu wenig Kinder geboren werden, gibt es immer wieder Ideen, mit finanziellen Anreizen etwas gegen die sinkende Geburtenrate zu tun. Unter Fachleuten dagegen gilt es schon seit längerem als erwiesen, dass Geld allein nicht geburtenfördernd wirkt. Wobei speziell das Elterngeld mit dem Makel behaftet ist, bei vielen Männern als „Karrierekiller“ zu gelten. Letztlich läuft es auch hier darauf hinaus, dass die Formel „mehr Geld“ zur Problemlösung allein nichts taugt. Leider ist dieses Rezept aber in vielen Bereichen immer noch der erste und oft einzige Vorschlag.

Speziell, wenn es um den Nachwuchs geht, müssen aber die vielzitierten „Rahmenbedingungen“ stimmen. Das tun sie aber immer noch nur in sehr beschränktem Maße. Vielleicht würde es schon etwas bringen, wenn im Zusammenhang mit Kindern nicht immer gleich die Kosten in den Mittelpunkt gerückt würden.

 

 


23.05.2012
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