Beim Projekt „junge kirche unterwegs zu dir“ diskutierten Schüler über Werte
Geld und Glauben gab es günstig
Dortmund. Schüler, Lehrer und nicht zuletzt die Initiatoren sind mehr als zufrieden: Die einwöchige Bus-Tour zu Schulen und Jugendtreffs im Rahmen der Aktion „junge kirche unterwegs zu dir“ war ein voller Erfolg: „Wir haben rund 1 000 Jugendliche auf diese Weise erreicht“, schätzt Gemeindereferent Hubertus Wand vom Team der „jungen kirche dortmund“.
von Andreas Wiedenhaus
„2 500 Euro zum Ersten, zum Zweiten – und zum Dritten! Die Liebe geht an euch beide!“ Dafür lohnte es sich, bis ans Limit zu gehen sind sich die zwei Schülerinnen einig und strahlen sich an. Schon hebt „Auktionatorin“ Annette Kienast das nächste Angebot in die Höhe: „Was wird für das Glück geboten?“ Und direkt startet ein „Bieterstreit“ wie bei „Ebay“.
Werte gibt es heute morgen im Bus der „jungen kirche“ auf dem Schulhof des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Asseln zu ersteigern: Von Spaß und sozialem Engagement über Aussehen und Schule bis zu Frieden. Neben der Liebe standen auch das Hobby, Glück oder Spaß bei den 15-Jährigen hoch im Kurs. Günstig dagegen waren Aussehen, Geld und auch der Glaube zu haben: Dafür wollten die Schülerinnen und Schüler nur ein paar Hunderter locker machen. Die anschließende Diskussion über die verschiedenen Werte und die Frage, was dem Einzelnen im Leben wichtig ist, läuft nicht ganz so lebhaft ab wie die Versteigerung selbst. Allerdings wissen die meisten ganz gnau, warum sie dieses oder jenes ersteigert haben, warum das eine so teuer und das andere relativ billig zu haben war: „Ohne Liebe und Glück ist eben alles andere zweitranging!“
Für eine Dreiviertelstunde haben die Schülerinnen und Schüler des Religionskurses die Plätze in ihren Klassen mit den Sitzreihen in dem Bus auf dem Schulhof getauscht. Den „Unterricht“ übernehmen für diese Zeit Sarah Winterer, Hubertus Wand, Annette Kienast und Anja Beckmann von der „jungen kirche“. Gerharda Kusber, die Religionslehrerin des Kurses, hatte ebenfalls keine Probleme mit dem Tausch – im Gegenteil: Sie hatte den Kontakt zwischen der „jungen kirche“ und dem Gymnasium hergestellt. „Ich kenne die Angebote und Aktionen der jungen kirche und weiß, dass sie gut sind und sich für die Schüler lohnen.“ Und die sind wirklich bei der Sache, bestätigt Sarah Winterer: „Die Jugendlichen sind sehr aufmerksam und offen für das, was wir machen!“ Und nicht zuletzt sei es für sie eine gute Erfahrung, dass Kirche sich auf den Weg zu ihnen mache.
Dann klingelt es, die 45 Minuten sind um. Langsam öffnen sich die Türen des Busses: Aussteigen! Draußen wird eine des Schülerinnen schon von einem Jungen erwartet: „Na, wie wars?“ „Ganz cool!“ lautet ihre ebenso kurze wie positive Bewertung dieser besonderen Unterrichtsstunde.







