Aktuelle Ausgabe
2012-20

Attendorner Werthmann-Werkstatt erhält Anbindung ans Busnetz

Haltestelle zur Selbstständigkeit

Vertreter aller Stellen, die an der Realisierung der Haltestelle „Werthmann-Werkstätten“ beteiligt waren, kamen zur offiziellen Übergabe. Fotos: Sander-Graetz

Attendorn. Ganze fünf Jahre hat es von der Idee bis zur Umsetzung gebraucht, doch seit dem 7. Januar können die Beschäftigten der Werthmann-Werkstätten der Caritas, Abteilung Attendorn, auch den öffentlichen Nahverkehr nutzen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

von Barbara Sander-Graetz

Für die Menschen mit Behinderung ein wichtiger Schritt in Richtung Integration und Selbstständigkeit. Doch bis es so weit war, waren einige Hindernisse zu überwinden und eine Menge Planung ist der Umsetzung der Idee vor­ausgegangen. „Die Menschen mit Behinderung, die bei uns in der Werthmann-Werkstatt beschäftigt sind, hatten schon lange den Wunsch, selbstständig zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen“, erklärt Klaus Jacob, Leiter der Abteilung Attendorn. Nach der Planung und ersten Gesprächen mit den Beteiligten folgten die  Genehmigung und die Finanzierung. Letzteres gestaltete sich von Landesseite bei leeren Kassen als schwierig, sodass die Stadt Attendorn die Maßnahme vorfinanzierte.
Aber auch der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) musste mit ins Boot geholt werden. Eine Anbindung war wiederum nur möglich bei einer Fahrplanumstellung, denn der Bus bringt und holt seine Fahrgäste vom Bahnhof Attendorn, wo sie Anschluss an Bus und Bahn in alle Richtungen haben. „Wir mussten wiederum unsere Arbeitszeiten ändern, sodass eine Anbindung an weiterführende Busse und Bahnen auch möglich ist“, erklärte Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten. Außerdem benötigte man einen passenden Ort für die Haltestelle. Dies ging nur in Zusammenarbeit mit dem ÖPNV, der Polizei, den Verkehrsbetrieben von BRS und VWS, dem Behindertenbeauftragten des Kreises Olpe, Friedhelm Hoffmann, dem Bürgermeister und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Der jetzige Standort in direkter Nachbarschaft zu den Werthmann-Werkstätten  ist gut sichtbar mit einem blauen Glashaus von den Auszubildenden der benachbarten Firma Mubea gestaltet worden. Die Ausbuchtung für den Linienbus wurde vom Landschaftsverband finanziert und die Pflasterarbeiten für den Weg von der neuen Haltestelle zur Werkstatt hat diese selber übernommen. Doch die Wartezeit zur Fertigstellung des Projektes Haltestelle „Werthmann-Werkstätten“ haben auch die Beschäftigten genutzt. Wochen zuvor wurden ihnen die Fahrpläne erklärt, damit sie auch wissen, wann der Bus kommt und wohin sie Anschluss haben. In den ersten Tagen wurden alle Fahrten sowie das Umsteigen von Betreuern der Werkstatt begleitet. Jetzt ist es für viele schon eine ganz vertraute alltägliche Sache, die auch noch Spaß macht. Sogar der Kontakt zum Buspersonal ist schon fast freundschaftlich. Eine Erweiterung des Angebotes, das sich bis jetzt auf zwei Busverbindungen am Morgen und eine nach Arbeitsschluss erstreckt, soll auch erfolgen. Wenn die Beschäftigten Arztbesuche oder Behördengänge zu tätigen haben, können sie diese selbstständig erledigen. Weitere Fahrstrecken werden ausgebaut, sodass in nächster Zeit die Beschäftigten aller vier Einrichtungen der Werthmann-Werkstätten im gesamten Kreis Olpe die Möglichkeit haben, selbstständig zu ihrer Arbeitsstelle zu fahren.


23.05.2012
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