Umbau des Altenkrankenheims St. Margareten
„Heftige Jahre“
Rietberg-Neuenkirchen. „Es waren heftige dreieinhalb Jahre“, sagt Heimleiter Heiner Bomholt. Seit März 2006 wurde das St.-Margareten-Altenkrankenheim im Rietberger Stadtteil Neuenkirchen um eine geräumige Kapelle und um einen Anbau mit 24 Einzelzimmern erweitert, bevor man das bisherige Gebäude einer Rundumsanierung unterzog. Und all das bei laufendem Betrieb. Erzbischof Hans-Josef Becker wird die neuen Räumlichkeiten an diesem Sonntag segnen.
von Hubertus Ebbesmeyer
Dass die Gesamtmaßnahme zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen werden konnte, erfreut auch den stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden Hubertus Eggers, der zugleich im Bauausschuss des Trägers, der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta, Verantwortung trägt. „Ein Schock war für uns allerdings der plötzliche Tod des Architekten Hans Rottmann, der die ersten Planungen erstellt hatte.“ Mit Architektin Beate Prante-Frerich hat man indes eine qualifizierte Architektin zur Weiterführung des Großprojekts gewinnen können.
„Grund für die Erweiterung der seit 150 Jahren bestehenden Einrichtung für alte und kranke Menschen waren gesetzliche Vorgaben, nach denen mindestens 80 Prozent der Zimmer als Einzelzimmer vorgehalten werden müssen“, erklärt Heiner Bomholt. Nur zehn Monate nach dem ersten Spatenstich im Mai 2006 konnten 24 Bewohner in ihre Einzelzimmer im neuen Trakt einziehen.
Im Anschluss daran folgte die komplette Renovierung des bestehenden Baues, bei der nicht nur die technische Ausstattung, sondern auch der energetische Zustand eine Optimierung erfahren hat. Zusätzlich wurde mit viel Licht, hellen Decken- und Wandfarben sowie mit Holzelementen in Buche eine freundliche Atmosphäre erzielt. Im neuen Gerontobereich ebenso wie in den individuell gestalteten Zimmern der insgesamt 101 Bewohner sowie in den Aufenthaltsräumen, auf den Fluren und in der Cafeteria.
„Die Bewohner haben die Restaurierungs- und Bauphasen mit großem Interesse verfolgt“, so Heimleiter Heiner Bomholt, der ganz besonders von der neuen Kapelle angetan ist.
Der Licht durchflutete, achteckige Raum mit einer Größe von 12 mal 11 Metern bietet 60 Gottesdienstbesuchern Platz. „Zudem wurde Platz für zehn Rollstühle geschaffen“, berichtet Hubertus Eggers. Für alle anderen werden Gottesdienste und Veranstaltungen per Videotechnik auf die Zimmer übertragen.
Ins Auge fallen sofort die mit biblischen Motiven versehenen, farbintensiv und in Teilen wunderbar transparent gehaltenen Fenster. „An der Stirnseite fällt der Blick sofort auf das große Kreuz, das den gekreuzigten Erlöser zeigt und zugleich einen Blick in das dahinter liegende Grün der Bäume draußen gewährt“, erfreut sich auch Architektin Beate Prante-Frerich an den künstlerischen Entwürfen des Düsseldorfer Malers Thomas Jessen.
In den Seitenfenstern, auch sie eine Realisation der Glasmalerei Peters (Paderborn), werden die heilige Margareta, die heilige Apolonia, der auferstandene Jesus und Jesus mit dem „ungläubigen Thomas“ thematisiert. Im Vergleich zu den intensiven Rottönen fallen die vier Motive indes filigran aus.
Die Gestaltung des Innenraums, der bald noch eine Pfeifenorgel bekommen soll, liegt in den Händen des Künstlers Christof Winkelmann aus Möhnesee-Günne. Er hat den Altar, die Kredenz, Priestersitze, Ambo und Tabernakel in Eichenholz an die räumliche Umgebung angepasst. Diese Einrichtungsgegenstände sollen bis zur Segnung der Kapelle an diesem Sonntag eingebaut sein, auf die sich Bomholt, Eggers und Architektin Prante-Frerich ebenso freuen wie die 58 Vollzeit- und 42 Teilzeitkräfte.







