Aktuelle Ausgabe
2012-20

In der Detmolder Kirche Auferstehung Christi wird am 22. Juni zum letzten Mal Eucharistie gefeiert

Heilig-Kreuz-Gemeinde schrumpft

Pfarrer Markus Wacker (l.) und Joachim Suermann vom Kirchen- und gleichzeitig Stiftungsvorstand des Elisabeth-Altenheimes machen sich Gedanken für eine neue Nutzung der ehemaligen Auferstehungskirche. Foto: Vieler

Detmold. Zum letzten Mal wird in der Auferstehungskirche in Detmold am 22. Juni die Eucharistie gefeiert. Um 15 Uhr wird Weihbischof Manfred Grothe die Kirche im Rahmen der Feier profanieren (entweihen). Aus Kostengründen hat sich die Heilig-Kreuz-Gemeinde von zwei ihrer sieben Kirchen trennen müssen. Demnächst soll dieser Raum im Rahmen des angrenzenden Altenheimes St. Elisabeth genutzt werden. 

Wir erleben in unserem Pastoralverbund in kurzer Zeit tiefe Einschnitte und Veränderungen“, hatte Pfarrer Markus Wacker vor wenigen Wochen in seiner Predigt der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Detmold angekündigt. Im vergangenen Jahr habe sich der Kirchenvorstand auf Grund der finanziellen Notlage von 75 000 Euro Defizit im Jahr dazu entschlossen, die Personalkosten durch Kündigung mit sieben Mitarbeitern in Teilzeitstellen zu reduzieren. Damit sollten 35 000 Euro für den Jahresetat eingespart werden. Weitere 25 000 Euro Entlastung will sich die Gemeinde durch die Übertragung von zwei Kirchen, Auferstehung und Bonifatius, an die St.-Elisabeth-Stiftung verschaffen. Sie betreibt unter anderem das Altersheim, an dem die Auferstehungskirche räumlich angegliedert ist. Während in der Bonifatiuskirche weiterhin Gottesdienst stattfinden sollen, wird für die Auferstehungskirche nach einer neuen Nutzung gesucht. Um den Haushalt weiter zu sanieren habe sich die Gemeinde auch von zwei Wohnhäusern, darunter eine ehemalige Pfarrvikarie, getrennt.
Die Auferstehungskirche im Südosten Detmolds war zu Beginn der 70er-Jahre erbaut worden und diente gleichzeitig als Gemeindekirche wie auch als Hauskapelle für das räumlich verbundene Altenzentrum St. Elisabeth. Sowohl Kirche als auch Altenzentrum wurden im Dezember 1974 vom damaligen Erzbischof Johannes-Joachim Degenhardt eingeweiht. Für die 130 Bewohner des Altenzentrums wurde ein anderer, kleinerer Raum als Kapelle hergerichtet, die rund 100 Gläubigen, die zuletzt am Samstag die Vorabendmesse in der Auferstehungskirche feierten, müssen jetzt zwei Kilometer weiter in die Pfarrkirche Heilig-Kreuz.
Die sakralen Gegenstände aus der ehemaligen Kirche sollen eine Bleibe in den anderen sechs Kirchen des Pastoralverbundes finden „als bleibendes Zeichen für diese Kirche und die lebendige Gemeindearbeit, die im Bezirk Auferstehung über 30 Jahre geleistet wurde“, wie Pfarrer Wacker in seiner Predigt sagte.
Angedacht ist, den Raum in Zukunft für eine Tagespflegeeinrichtung zu nutzen, wo pflegende Personen, ihre Pflegebedürftigen für einige Stunden betreuen lassen können.
Gerd Vieler


23.05.2012
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