Aktuelle Ausgabe
2012-20

Zehn Buntglasfenster aus abgerissener Attendorner Kapelle haben ein neues Zuhause

Heilige mit neuer Bleibe

Zahlreiche Helfer und Institutionen waren notwendig um die zehn Attendorner Fenster der ehemaligen Krankenhauskapelle aus dem Jahre 1928 zu restaurieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen– im Bild mit dem Fenster des heiligen Blasius im St.-Liborius-Seniorencentrum. Fotos: Sander-Graetz

Attendorn. Als 2001 das alte St.-Barbara-Krankenhaus in Attendorn mit der dazu gehörigen Kapelle abgerissen wurde, wurden zehn künstlerisch gestaltete Fenster des kleinen Gotteshauses gerettet und eingelagert. Nun haben die dreieckigen Buntglas-Fenster Theordor Junglas aus dem Jahre 1928 an verschiedenen Stellen in Attendorn eine neue „Bleibe“ gefunden.

von Barbara Sander-Graetz

„Als wir die Kapelle in unserem Demenzzentrum ,Haus Mutter Anna‘ planten, stellte sich auch die Frage, wie die dortige Kapelle gestaltet werden sollte“, erzählt Uwe Beul, Einrichtungsleiter des Hauses. Nach Rücksprache mit der Ortsheimatpflegerin Birgit Haberhauer-Kuschel kamen die damals geretteten zehn Fenster ins Spiel. „Ich hatte sie zu Hause in meiner Garage eingelagert.“ Sie sollten nun das neue Gotteshaus schmücken. Doch die Kunstkommission des Bauträgers lehnte ab.
Aber einmal wieder in die Erinnerung gerufen, sollten
diese  Kunstschätze nicht wieder ein verstecktes Dasein fristen. Mit Hilfe von Spenden konnten sie in Kevelar bei einer Fachfirma, sowie mit Hilfe von Architekt Bernd Greitemann und Schreiner Gerd Cramer aus Attendorn restauriert werden. Das Ergebnis gibt es jetzt an verschiedenen Orten in Attendorn zu bewundern. So sind die Fenster mit dem heiligen Blasius, dem Evangelisten Johannes und der Äbtissin Waldetrudis im St.-Liborius-Seniorencentrum zu sehen – wobei die dargestellten Personen noch nicht eindeutig identifiziert sind. Denn Johannes könnte auch der heilige Benedikt von Nursia sein, vermutet die Ortsheimatpflegerin. Und statt der Äbtissin könne auch Gertrud von Nivelles dargestellt sein, meint Birgit Haberhauer-Kuschel.
Im Haus Mutter Anna sind die Fenster mit den Abbildungen des heiligen Martin, der heiligen Elisabeth von Thüringen und des heiligen Christopherus zu sehen. Im Krankenhaus selber verblieb das Fenster der Namenspatronin Barbara. „Allerdings haben wir noch keinen endgültigen Standort für dieses Fenster“, so Gerhard Haupt, Prokurist des Krankenhauses.
Monika Löcken vom Südsauerlandmuseum freut sich ebenfalls über zwei Fenster. „Wir haben zum einen die Abbildung des heiligen Vinzenz von Paul bekommen, aber auch das sogenannte Vigener Fenster.“ Letzteres ist versehen mit der Widmung „Gestiftet von der Vereinigung der Familie Vigener“. Darauf sind drei Personen abgebildet, eine Ordensschwester und zwei Männer. Hier könnte es sich zum einen um die Darstellung von Personen der Familie Vigener handeln, die im karitativen Bereich tätig waren, wie auch um Mater Maria Vigener, die von 1915 bis 1922 Präfektin der Ursulinen in Attendorn war. Das zehnte Fenster mit dem heiligen Paulus hat eine neue Heimat im Stadtmuseum von Münster gefunden, da die beiden Architekten des Attendorner Krankenhauses sowie der Schöpfer der Buntglasfenster mit Bleiummantlung, Theodor Junglas, aus Münster stammen. Der damalige Preis der Fenster betrug 1000 Mark, zur Restaurierung wurden jetzt Spenden in Höhe von rund 6000 Euro benötigt.


23.05.2012
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